Monthly Archives: Mai 2017

…ja ich bin dankbar…

27.05.2017 – Ein wunderbarer Samstagmorgen, und ich bin ganz wild darauf meine Zeit zu verbessern. Also gehe ich gefühlt recht zügig, und habe auch kaum Probleme mit der Luft oder so, im Gegenteil hin und wieder komme ich so richtig gut in den ‚Flow‘. Doch leider es waren wieder ‚nur‘ 50 Minuten auf die 5km. Scheint dass ich da schon noch ganz schön zulegen muss, um auf 40 Minuten oder so zu kommen.

 

Beim Rückweg, genoss ich dann so richtig die leuchtenden Farben des Praters, und muss zugeben kam richtig ins Träumen. Ich dachte darüber nach, wie oft ich mich hier durch die Gegend gequält habe, Meter für Meter, und wie verzweifelt ich oft war. Und jetzt, mache ich sogar freiwillig größere Runden, um noch mehr Zeit hier zu verbringen. Die Menschen, die nun beginnen den Prater zu beleben, zu beobachten oder einfach die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht zu genießen. Hätte ich nicht noch etwas vor – ich glaube, heute würde ich einfach endlos hier herum wandern – ein schöner Gedanke, vor allem wenn ich denke dass ich als COPD 3-4 eingestuft bin ?;-).

 

Ich habe diesen Prater einfach  wirklich lieb gewonnen. Und ich bin so richtig Dankbar, dass die Ventile so gut funktionieren – klar bin ich auch froh dass ich relativ gut trainiert bin – aber vorrangig mal gilt der Dank dem Team vom OWS, der Wissenschaft und ‚der Technik‘. Und ich werde demnächst mal wieder, in das OWS spazieren gehen, und dann wieder rauf in die Steinhofgründe – ja ich glaube das ist eine gute Idee.

…und nun zu etwas ganz anderem…

19.05.2017 – Kalt, sehr windig und eher mühsam. Ich glaube so könnte man das zusammenfassen. Ich kam nur knapp unter eine Stunde und musste mehrere Pausen machen.

Also nutze ich mal die Gelegenheit, über etwas andres Nachzudenken.

 

Letze Woche hat meine dritte Reha, wieder Stufe 2 (drei Tage die Woche, 6 Wochen lang) ambulant in der Therme Wien Med Oberlaa begonnen. Meine Werte sind ganz gut und ich freu mich schon sehr. Mittlerweile ist das ja fast wie eine Familie, und ich habe ein klares Ziel. Auch kann ich das, was auf mich zukommt gut abschätzen. Mein Ziel ist der 40 % FEV1 Marke ein deutliches Stück näher zu kommen.

Wenn ich jetzt an meine erste Reha denke, auch Stufe 2 (3 Tage die Woche, 6 Wochen lang), muss ich sagen, dass war die völlige Überforderung ich hatte dauernd Muskelkater, war total erschöpft und konnte anfangs kaum noch durchschlafen. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich mit meiner Psychotherapeutin darüber gesprochen habe, aufzuhören. Aber zum Ende hin war ich total begeistert, und ich habe auch sehr viel für das private Training mitnehmen können.

 

Die Zweite Reha (Stufe 3 / 2 Tage die Woche, 8 Wochen lang), war leider überschattet von den Problemen mit den Ventilen, ich bekam sehr wenig Luft, und war auch irgendwie sehr unkonzentriert, und deprimiert. Denn die kleinsten Steigungen, beim gehen machten mir zu schaffen, und um vom Bus zur Reha zu kommen, musste ich teilweise zwei Mal stehen bleiben. Vor allem passierten für mich eigenartige Dinge. Zum Beispiel konnte ich beim Atemtraining plötzlich nicht mehr richtig stark einatmen ohne einen Stich im Brustkorb zu bekommen, und mein Wert sank dadurch natürlich drastisch von fast 100 auf 60 – 70 ab. Das war echt nicht super. Und so war dann auch der gesamte Erfolg der Reha leider nicht gegeben.

 

Also bin ich schon gespannt, und zuversichtlich dass es diesmal klappt. Immerhin feiere ich mit meinen Ventilen ja schon das 4 Monat ohne Probleme, und das hatten wir noch nie. Also alles Gute!!!

…was gibt es schöneres…

13.05.2017 – ja, manchmal bin ich einfach glücklich. Also in der Früh, als ich wegging, hat es richtig geschüttet, und ich hab mich schon auf einen verregneten Spaziergang im Prater gefreut. Aber dann, hat sich meine Tochter doch entschieden mitzugehen, und die Sonne kam raus, und beleuchtete die frisch gewaschene Landschaft. Und so wanderten wir, durch einen in den schönsten Grüntönen leuchtenden und blühenden Prater. Da kann man dann einfach nur mehr staunen, und sich freuen, auch mit der Luft war es okay. Eine Besonderheit sei schon noch hervorgehoben, der blühende Bärlauch war nicht nur geruchsmäßig ein Highlight, sondern auch optisch.

 

Und wenn dann noch die zweite Tochter inklusive Enkel dazu stößt, bin ich einfach nur mehr sprachlos. Nicht so mein Enkel der so viel zu erzählen hat, sodass der Mund einfach nicht mehr zugeht, obwohl er die ganze Zeit geht – unglaublich wie viel Luft so ein kleiner Mensch hat – einzig bei der Rückfahrt mit der Liliputbahn (Zug im Kleinformat), war dann doch die Aufregung größer als das Bedürfnis der Kommunikation. Ja so kann man auch einen Samstag verbringen, einfach schön.

…und wieder ein paar Prozent mehr…

12.05.2017 – okay gestern hatte ich wieder einmal Lungenfunktionstest – erfreuliche 37,7 % also die Richtung stimmt schon – nur etwas langsamer als gehofft. Nachdem nächste Woche wieder eine Reha ansteht, habe ich mir mal die Unterlagen der ersten Reha raus gesucht. Da steht beim Ergometer 1Minute 25 Watt und dann 2 Minuten 45 Watt. Wenn ich denke, dass ich jetzt 15 Minuten 55 Watt und dann noch 15 Minuten 60 Watt schaffe, hat sich hier schon einiges getan.

 

Was ja beim Ergometer noch relativ leicht, durch kontinuierliches Steigern möglich ist, ist beim Krafttraining schon ein bisschen schwieriger. Zumindest ich brauchte hier schon einige Zeit, um mir meine Übungen zusammen zu suchen.  Deshalb möchte ich hier, einfach mal ein paar Seiten vorstellen, die mir als Inspiration, oder auch Anleitung geholfen haben, um zu Hause zu trainieren.

 

Zur Einleitung hier ein Artikel, einfach zum generellen Thema  Sport bei COPD
http://www.netdoktor.at/krankheit/leben_copd/sport-bei-copd-6836148

 

Mobility Coach Tamay Jentjens – finde er hat durchaus einen Zugang, der auch einfach in vielen  Bereichen der Körperhaltung helfen kann.
https://www.youtube.com/channel/UCOgY7fHl1vHRnENDjZQ_fRA

 

Krafttraining mit der Kurzhantel. Nicht schrecken lassen, dass der Trainer mit 5Kilo Hantel beginnt, ich habe mit 2kg begonnen und bin nun doch schon bei 5kg. Ich habe mir einfach ein paar Übungen heraus gesucht und mache dann jeweils 15 Wiederholungen bei 3 Sätzen – aber ich denke, das kann man auch anders handhaben, und mehr verschiedene Übungen machen. Allerdings sollte man sich zumindest zwei Übungen aussuchen, die man nicht so gerne macht, oder die man schwierig findet aussuchen. ich habe da meine ‚Lieblinge‘, Bizepsstrecker und Kniebeugen mit Gewicht. Ersterer ist einfach mühsam, und bei den Kniebeugen kämpfe ich definitiv mit der Luft. Aber ich finde er erklärt es sehr gut, und gibt durchaus auch Hinweise, auf was man aufpassen sollte.
https://www.youtube.com/watch?v=HRyPbOHtO7k

 

Ein durchaus interessantes Unternehmen, dass eine Vielzahl an Übungen zeigt, die ohne jegliche Gerätschaft durchgeführt werden können. – leider Anmeldung erforderlich
http://www.windhund.com/
https://www.facebook.com/pg/windhundsports/videos/?ref=page_internal

 

Und nochmals Kurzhantel
https://fitness.at/fitness/julia-dujmovits-basic-uebungen-kurzhanteln/

 

Hoffe es ist etwas dabei. Wer sich ein bisschen darauf einlässt, findet sicher noch jede Menge anderer Seiten. Ich kann nur aus meiner Erfahrung sagen, dass es länger dauert bis sich wirklich ein Erfolg einstellt, aber dann macht es schon ziemlich Spaß. Also durchhalten, und nicht vergessen jeden zweiten Tag Pause, damit sich die Muskeln wieder erholen können.

…etwas zu schwungvoll…

06.05.2017 – etwas zu schwungvoll – habe ich diesen Spaziergang gestartet, dementsprechend ging mir dann auch kurz nach der halben Strecke die Luft aus, und ich musste Pause machen. Danach ist es immer wieder schwierig, in den Rhythmus zu kommen. Aber trotz der Pausen kam ich auf meine 50 Minuten.

 

Was auch etwas schwierig war, als ich weg ging war es relativ kalt. Sodass ich zuerst dachte, ich habe zu wenig an, als ich dann aber bei meiner 5km Pausenstation angekommen bin, war ich ziemlich durchschwitzt. Aber allgemein ging es gut und der ganze Prater riecht einfach nur wundervoll, von all den Blüten. Manchmal habe ich da schon das Gefühl dass ich hier so richtig gesunde Luft und Kraft auftanken kann. Und ich habe wieder einmal bemerkt wie es mich immer wieder ein kleines Stück, Glücklich macht etwas zu schaffen – und meinen Rhythmus beibehalten zu können (auch den Rhythmus Frühstück in der ‚Freude now‘ wenn noch keiner da ist einfach genial).

Mir ist auch aufgefallen – wie wichtig gutes Schuhwerk ist. Wenn man einfach sicher in seinen Schuhen ist denn auch, wenn der Prater jetzt nicht wirklich eine schwierige Strecke ist, so gibt es einem einfach ein besseres Gefühl und zumindest ich tu mir dann leichter, wenn ich schneller werde. Aber das nur so als Gedanke.

Und nachdem ich noch den Tag im Garten genossen habe, hier noch ein Bild des wunderbaren Himmels am Abend.

…der Respekt vor der Angst…

Nachdem nun der Blog eine Woche online ist – möchte ich mich zuerst mal für das positive Feedback zum Blog bedanken. – Aber ich möchte auch darauf hinweisen dass ich kein Held oder so etwas bin. Ich habe genauso Ängste und Unsicherheiten und, schaffe bei Gott nicht alles was ich mir vornehme. Aber ich denke dieses Scheitern ist auch Teil eines Lernvorganges und einer Veränderung.
Darum möchte ich diesmal über ein Thema schreiben, das glaube ich, jeden COPD Patienten bekannt ist. Die Angst dass wieder eine Verschlechterung eintritt, oder man plötzlich aus welchen Gründen auch immer keine Luft mehr bekommt. – nach meinem letzten Intensivstationsaufenthalt hat mich und meine Töchter diese Angst sehr, sehr lange begleitet. Und sie ist immer noch da, nur beginnt sie sich zur Zeit in Respekt vor ihr zu wandeln. – ich kann hier natürlich wieder nur von mir sprechen.

 

Bei der ersten Exerbation, die ich ja für einen Panikanfall hielt, hatte ich lange damit zu kämpfen dass, dieses Gefühl dass einem ‚Jemand‘ so lange schüttelt bis man Ohnmächtig wird, irgendwie plötzlich wieder kommen kann. Seither trage ich auch immer und überall mein Handy bei mir – habe auch überlegt mir eine Notfalls App zu suchen. Leider in Österreich nicht wirklich möglich – in Deutschland sehr wohl. Vor allem hatte ich und meine Kinder die große Sorge was passiert wenn mir das während eines meiner Spaziergänge im Prater passiert – wo nicht alle Wege sofort erreichbar sind.

 

Nachdem ich außerdem wusste dass mein Körper sehr stark kompensierte, hatte ich auf alle den Wanderungen immer mein Oximeter dabei, um zu prüfen ob die Sauerstoffsättigung noch reicht. Dies war auch so eine Art Experiment, ich wanderte so lange bis ich das Gefühl hatte jetzt muss ich stehen bleiben. Je nach Gefühl schätzte ich zuerst den Sauerstoff- und Pulswert und kontrollierte diesen dann am Oximeter. So glaube ich, habe ich dafür mittlerweile ein gutes Gefühl bekommen. Dennoch führe ich es fast immer mit. Das ist so ähnlich wie – ich an bestimmten Stellen in der Wohnung und Werkstatt Zettel mit der Notrufnummer des Ärztenotdienstes und der Rettung liegen habe – könnte man sich auch in das Handy programmieren, – nur für den Fall, dass man in der Panik dann einfach die Nummer vergisst.
Mittlerweile – also über ein Jahr danach, beginnt sich die Angst in eine Wachsamkeit und einen Respekt zu diesen Zustand des Ausgeliefert seins, zu wandeln. Ich bin sehr hellhörig, was die Signale meines Körpers betrifft – bei welcher Anstrengung mein Körper zu zittern beginnt, wie ist meine Atemnot? regelmäßig ? oder unrhythmisch? Oder wie geht es mir auch psychisch? Ich erachte es als meine Pflicht darauf zu reagieren. Klar kann immer noch eine Verschlechterung eintreten, das schließe ich nicht aus, und bin mir dessen sehr gut bewusst, aber sie steht gefühlt nicht gleich um die Ecke. Vielleicht Empfinde einfach ich das auch so, weil ich fühle und weiß dass sich mein Gesamtzustand verbessert hat.

 

Was aber sicher geblieben ist, dass ich bei jeder Rettung mit Blaulicht, viel intensiver an die Tatsache denke, dass dort sehr wahrscheinlich jemand gerade um sein Leben kämpft. – Ich möchte es hier nochmals anführen – ich halte es für klug wenn man sich auf dem Weg im Umgang mit Angst und dergleichen professionelle Hilfe von einem Arzt mit Psychotherapieausbildung der medizinisches Hintergrundwissen hat. Auch ist mir klar dass, das noch lange nicht alles ist, was mich zum Thema Angst beschäftigt. Aber es muss ja nicht alles in einen Beitrag.