…der Respekt vor der Angst…

Nachdem nun der Blog eine Woche online ist – möchte ich mich zuerst mal für das positive Feedback zum Blog bedanken. – Aber ich möchte auch darauf hinweisen dass ich kein Held oder so etwas bin. Ich habe genauso Ängste und Unsicherheiten und, schaffe bei Gott nicht alles was ich mir vornehme. Aber ich denke dieses Scheitern ist auch Teil eines Lernvorganges und einer Veränderung.
Darum möchte ich diesmal über ein Thema schreiben, das glaube ich, jeden COPD Patienten bekannt ist. Die Angst dass wieder eine Verschlechterung eintritt, oder man plötzlich aus welchen Gründen auch immer keine Luft mehr bekommt. – nach meinem letzten Intensivstationsaufenthalt hat mich und meine Töchter diese Angst sehr, sehr lange begleitet. Und sie ist immer noch da, nur beginnt sie sich zur Zeit in Respekt vor ihr zu wandeln. – ich kann hier natürlich wieder nur von mir sprechen.

 

Bei der ersten Exerbation, die ich ja für einen Panikanfall hielt, hatte ich lange damit zu kämpfen dass, dieses Gefühl dass einem ‚Jemand‘ so lange schüttelt bis man Ohnmächtig wird, irgendwie plötzlich wieder kommen kann. Seither trage ich auch immer und überall mein Handy bei mir – habe auch überlegt mir eine Notfalls App zu suchen. Leider in Österreich nicht wirklich möglich – in Deutschland sehr wohl. Vor allem hatte ich und meine Kinder die große Sorge was passiert wenn mir das während eines meiner Spaziergänge im Prater passiert – wo nicht alle Wege sofort erreichbar sind.

 

Nachdem ich außerdem wusste dass mein Körper sehr stark kompensierte, hatte ich auf alle den Wanderungen immer mein Oximeter dabei, um zu prüfen ob die Sauerstoffsättigung noch reicht. Dies war auch so eine Art Experiment, ich wanderte so lange bis ich das Gefühl hatte jetzt muss ich stehen bleiben. Je nach Gefühl schätzte ich zuerst den Sauerstoff- und Pulswert und kontrollierte diesen dann am Oximeter. So glaube ich, habe ich dafür mittlerweile ein gutes Gefühl bekommen. Dennoch führe ich es fast immer mit. Das ist so ähnlich wie – ich an bestimmten Stellen in der Wohnung und Werkstatt Zettel mit der Notrufnummer des Ärztenotdienstes und der Rettung liegen habe – könnte man sich auch in das Handy programmieren, – nur für den Fall, dass man in der Panik dann einfach die Nummer vergisst.
Mittlerweile – also über ein Jahr danach, beginnt sich die Angst in eine Wachsamkeit und einen Respekt zu diesen Zustand des Ausgeliefert seins, zu wandeln. Ich bin sehr hellhörig, was die Signale meines Körpers betrifft – bei welcher Anstrengung mein Körper zu zittern beginnt, wie ist meine Atemnot? regelmäßig ? oder unrhythmisch? Oder wie geht es mir auch psychisch? Ich erachte es als meine Pflicht darauf zu reagieren. Klar kann immer noch eine Verschlechterung eintreten, das schließe ich nicht aus, und bin mir dessen sehr gut bewusst, aber sie steht gefühlt nicht gleich um die Ecke. Vielleicht Empfinde einfach ich das auch so, weil ich fühle und weiß dass sich mein Gesamtzustand verbessert hat.

 

Was aber sicher geblieben ist, dass ich bei jeder Rettung mit Blaulicht, viel intensiver an die Tatsache denke, dass dort sehr wahrscheinlich jemand gerade um sein Leben kämpft. – Ich möchte es hier nochmals anführen – ich halte es für klug wenn man sich auf dem Weg im Umgang mit Angst und dergleichen professionelle Hilfe von einem Arzt mit Psychotherapieausbildung der medizinisches Hintergrundwissen hat. Auch ist mir klar dass, das noch lange nicht alles ist, was mich zum Thema Angst beschäftigt. Aber es muss ja nicht alles in einen Beitrag.

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