Monthly Archives: Oktober 2017

…das war ein Volltreffer…

…Sturm, Regenguss – hat nur noch der Hagel gefehlt.

 

29.10.2017 Aber es hat auch so gereicht. Also ja, ich gebe zu, es gab eine Sturmwarnung, aber ich war wild entschlossen, ich benötige Bewegung, und nachdem es mich nicht weggeweht hat, habe ich beschlossen, ich geh in den Prater.

 

Als ich dann den ersten umgefallenen Baum sah, wurde mir zwar schon etwas mulmig zumute, aber der Bewegungsdrang war immer noch größer. Und so ging ich weiter. Es kam sogar kurz die Sonne raus, aber nur, um rasch wieder zu verschwinden. Der Himmel verfinsterte sich und bald gingen die ersten Regengüsse hernieder. Der Regen wurde durch den Sturm so richtig vor sich hin gepeitscht. Bäume knickten, und ich war zum Schluss pitschnass, als ich in der Straßenbahn Zuflucht suchte, weil ich nur mehr nach Hause wollte.

 

Ja, manchmal sollte man doch auf Warnungen anderer hören – aber ehrlich gesagt, gut getan hat es trotzdem.

 

Eigentlich hätte ich ein Video machen sollen, aber darauf habe ich leider vergessen.

 

Aufgrund von erhöhtem beruflichem Arbeitsaufwand bin ich letzte Woche nur einmal zum Trainieren gekommen, sodass es hierüber nicht viel zu berichten gibt. Aber einen Link möchte ich empfehlen, der mir vor Kurzem untergekommen ist und den ich sehr inspirierend fand:

 

My philosophy for a happy life | Sam Berns

 

…meine kleinen Tricks…

…helfen mir immer wieder über die Runden.

 

20.10.2017  Diese Woche lief trainingsbezogen eigentlich ziemlich gut, allerdings hat mein Puls nicht immer mitgespielt. Denn zwei Mal musste ich das Ausdauertraining am Ergometer abbrechen, weil mein Puls nach ca. 20 Minuten bei 160 war. Keine Ahnung, warum. Und dann beim dritten Anlauf am Freitag war alles anders: Ich fühlte mich pudelwohl, 20 Minuten bei 65 Watt bedeuteten sogar einen neuen Rekord. Ich habe keine Idee, warum das so unterschiedlich gelaufen ist – vielleicht bekomme sich das noch heraus.

 

Aber es gibt da etwas, wovon ich gerne erzählen möchte, und zwar von meinen kleinen Helferlein.

 

Wenn ich mein Training beginne, ist das für mich einfach immer eine Überwindung. Und dann möchte ich natürlich spüren, dass ich weiter komme, dass sich etwas tut. Beim Krafttraining ist das ja noch relativ einfach. Wenn es anstrengend wird zähle ich einfach ganz laut mit – das hilft mir ungemein. Schon bemerkenswert, was so ein laut gestöhntes „13, 14 und 15“ bewirken kann.

 

Aber viel ‚trickyer‘ ist das am Ergometer. Ausdauertraining dauert einfach viel länger. Hier helfe ich mir gerne mit inneren Bildern, die mich diese Zeit besser, intensiver oder liebevoller erleben lassen.

 

Ich schließe meine Augen, stelle mir Landschaften vor, die Donau, das Meer, eine Insel, was auch immer mir beliebt. Und dann gibt es einen Punkt, dort, wo es schwierig wird und ich aus dem Rhythmus komme, wo Atem und Beine plötzlich nicht mehr zusammenpassen und ich das Gefühl habe, jetzt hör ich auf. Da kommt dann vor meinem inneren Auge plötzlich mein Enkel auf seinem Fahrrad  daher. Und strampelt, so wie er es mir einmal erzählt hat (…dann fahr ich ganz schnell…), an mir vorbei, begleitet mich. Und wenn es noch schwieriger wird, taucht wie aus dem nichts auch meine Tochter auf – und wenn es dann wirklich anstrengend wird, hole ich mir gedanklich als meinen Tempomacher Russel Winwood dazu. Und siehe da, ich habe die 35 Minuten überstanden, vielleicht sogar mit neuem Rekord.

 

Mein Appell, wenn dieser überhaupt von Nöten ist:  Sammelt in eurem Inneren Bilder, die für euch schön sind, und setzt sie in Zeiten, die etwas anstrengend sind, ein.

 

Zu einem ähnlichen Thema gibt es auch auf http://www.leichter-atmen.de/kopfsache/meine-kraftquellen-fuer-mehr-wohlbefinden Tipps zum alltäglichen Umgang mit Herausforderungen, die jedem ins Haus stehen.

 

Hier noch einige Bilder meines heutigen Ausfluges, in einen zugegeben windigen und feuchten Prater – dabei waren mehr Menschen unterwegs als erwartet.

…wenn ein Tag schon so beginnt…

…wie kann er da nur weiter gehen!

 

15.10.2017 Mit viel blauem Himmel, das kann ich jetzt schon versprechen. Ein wunderbarer Tag, kaum Wind, der Himmel einfach nur strahlend – der Herbst zeigt sich von seiner buntesten Seite.

 

Ich konnte etwas mehr als 40km durch Wien, den Prater und über die Donauinsel radeln. Und es war einfach nur schön. – Ja, ich habe einfach Riesenglück!

 

Ich habe diese Woche mit meinem Zimmerkollegen aus dem Otto Wagner Spital telefoniert. Er kämpft – trotz Operation mit Coils auf dem zweiten Lungenflügel – schon wenn er den Haushalt erledigen muss, mit der Luft.  Umso bewusster wird mir, welches Glück ich habe, das alles erleben zu dürfen. Den Fahrtwind, die Farben, den Geruch und natürlich die Sonne auf meiner Haut und die angenehme Herbstluft in meiner Lunge. Auch wenn ich nach einigen Steigungen mal keine Luft mehr bekomme, meine Beine schmerzen und ich mich immer wieder frage, warum ich mir denn all das antue. – Die Antwort ist und bleibt ganz einfach:  Ich will das tun, um all das möglichst lange erleben zu können.

 

Aber was fängt mein Zimmernachbar mit diesen Geschichten an? Nun, vielleicht kann ich ihn dazu ermutigen, dass er doch öfter raus geht. Sei es, einen Kaffee zu trinken oder einzukaufen, damit er sich freut, wenn er ein paar Meter weiter kommt. Oder dass er auch nur kleine Übungen macht, damit er noch bewusster auf seinen Körper achtet und bemerkt, dass es ihm dann besser geht. Niemand muss Kilometer mit dem Fahrrad fahren, es reicht schon, wenn man beginnt, regelmäßig und behutsam einmal um den Häuserblock zu gehen. Denn schon nimmt man die Umgebung, das Wetter wahr, man merkt, wo man Pausen benötigt und wie sich dies verändert – und man ist wieder Teil des Lebens.

 

Auch ich habe „klein“ angefangen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich 2014 mit Begleitung um den Häuserblock „gegangen“ bin.

 

Hier nun noch ein paar himmelblaue Fotos von meiner kleinen Reise.

…wenn die Angst immer dabei ist …

… wird sie schon wieder fast normal.

 

08.10.2017 Ich möchte heute über ein Thema schreiben, das für mich im Moment sehr präsent ist – die Exazerbation –, wahrscheinlich deshalb, weil der Winter kommt und damit die Gefahr von Lungenentzündung und Grippe steigt – beides für COPD-Patienten höchst gefährlich. Und, so scheint es mir, überall beginnen die Menschen zu husten und zu schnupfen.

 

Ich persönlich achte da schon sehr darauf. Natürlich lasse ich mich Grippe impfen, da ich das Risiko senken möchte, bin mir aber auch im Klaren darüber, dass sich eine Ansteckung damit nicht völlig ausschließen lässt.

Zu denken geben dann natürlich Artikel wie https://copdathlete.com/copd-news/my-copd-nightmare/, denn wenn einem Mann wie Russel Winwood, der höchst trainiert ist, so etwas passiert, was würde das dann für mich bedeuten?

 

Umso mehr ein Grund, auch im Alltag bewusste Schritte zu setzen. Zum Beispiel versuche ich, mir immer die Hände zu waschen, wenn ich aus dem öffentlichen Raum nach Hause komme – und dabei Disziplin rein zu bekommen.

Die Idee, sich zu Hause notfallmedizinisch auszustatten, habe ich noch nicht umgesetzt, Das muss ich erst mit meinem Lungenarzt besprechen. Was ich persönlich zum Beispiel nicht einhalte, ist die immer wieder angeführte Vermeidung von Nässe und Kälte, denn egal welches Wetter, ich mache meine Runden im Prater und fühle mich gut dabei. Auch bin ich mir sicher, dass diese Wetterabwechslung meinem Immunsystem gut tut.

 

Mein riesiger Respekt vor einer Exazerbation bringt mich auch dazu, immer genau zu prüfen, ob ich wirklich alles Notwendige eingesteckt habe, wenn ich außer Haus gehe: Handy, Notfallspray … und ich kontrolliere das auch immer wieder nach, wenn ich bereits unterwegs bin, und ja, gerade wenn ich irgendwo bin, wo die Rettung schwerer hin kommt, passiert es mir noch öfter, dass dieser Gedanke aufkommt. Das spielt auch eine Rolle bei meiner Überlegung, von der Stadt vielleicht doch aufs Land zu ziehen – da taucht sofort die unangenehme Frage auf, wie lange es dort dauert könnte, im Notfall professionell versorgt zu werden. Und wie sollte es anders sein, auch meine Töchter haben Angst , dass nochmals ein Rückfall kommt, und sie müssen diese jederzeit drohende Gefahr in ihr Leben integrieren.

 

Ich habe kein Rezept, wie und was man mit dieser Angst tun soll. Ich denke, es ist gesund, wenn man einen gewissen Respekt hat, aber ich denke, die Angst darf nicht dominieren – oder gar verhindern, dass man nach besten Möglichkeiten für sich Momente schafft, die man genießen kann. Sicher bin ich mir nur in einer Sache: Wenn mein Körper in guter Verfassung ist, erholt er sich leichter von einer Exazerbation.

 

Hier noch ein paar Fotos vom vergangenen Sonntag:

Sonntag früh: Es ist kühl und windig. Aber der Prater ist doch belebter, als ich erwartet hatte. Meine Gehzeit von 50 Minuten ist ganz okay, obwohl ich erwartet hätte, dass ich schneller bin, da ich nur eine ganz kurze Pause machen musste.

…da war doch was dazwischen…

01.10.2017… dieses Datum lässt mich an den 1. Oktober des Vorjahres zurückdenken und daran, wie die letzten 12 Monate verlaufen sind … Am 01.10.2016 war mein Atelierfest und ich bekam relativ plötzlich ganz schwer Luft. Nicht nur wegen des Stresses, den ich mir machte, und weil ich zwischen Atelier und Werkstatt hin und her ‚laufen‘ musste, sondern auch weil, wie sich herausstellte, meine Ventile nicht mehr so funktionierten, wie sie sollten – und ich gerade noch einen FEV1 Wert von 25% zusammenbrachte. Trotz Training, Reha und regelmäßigem Gehen im Prater.

 

Heute sieht das ganz anders aus. Ich gehe nicht nur meine Runden im Prater, ich fahre auch sehr viel mit dem Rad, ich trainiere und habe einen FEV1 Wert von 36-37%. Alleine diese Woche war ich insgesamt 56km in der Stadt mit dem Rad unterwegs! Soetwas wäre vor einem Jahr undenkbar gewesen.

 

Deswegen muss ich mich hier einfach nochmals bei Doz. Dr. Valipour dafür bedanken, dass er sich darauf eingelassen hat und einem dritten Eingriff zustimmte. Sowie bei meiner Hartnäckigkeit, sowohl was meinen Willen zu einem erneuten Eingriff betrifft, als auch meinen Ehrgeiz beim Training – und dem Wunsch und der Überzeugung, dass es besser werden kann.

 

Im Rückblick wird für mich auch noch mal ganz deutlich erkennbar, wieviel Energie ich durch die Reha in der Therme WienMed gewonnen habe.

Ein ungemein wichtiger Punkt ist auch die laufende Auseinandersetzung mit meiner Krankheit, der Erfahrungsaustausch, das Wissen, wie andere damit umgehen, und was herausragende Menschen trotz – oder eben mit dieser Krankheit leisten können.

 

Ich für meinen Teil habe, wenn ich nach vorne blicke, auch ein kleines ZIel. Ich möchte gerne beweisen, dass man mit Training, richtiger Ernährung und guter ärztlicher Betreuung nicht nur den Verlauf der Erkrankung aufhalten kann, sondern sogar eine Verbesserung herbeiführen kann. Natürlich spielt hier auch noch der soziale Aspekt eine wesentliche Rolle. Und leider muss ich zugeben, dass speziell die Ernährung bei mir noch wesentlich besser sein könnte. Und es gibt noch weitere Potentiale, die ich ausschöpfen möchte. Aber darüber gerne ein anders mal.

 

Hier noch ein kleine Zusammenstellung, wo ich in diesem Sommer mit meinem Rad überall war.