…alles eitle Wonne Eierkuchen…

…wenn ihr die Fotos des heutigen Blogeintrags seht, werden viele vielleicht sagen, ist das nicht immer das gleiche?

05.11.2017 Ja, es fällt mir manchmal ganz schön schwer, mich nicht zu wiederholen.

 

Ich starte trotzdem damit, zu betonen, wie unglaublich es ist, wieviel ich zurückbekomme oder erleben darf, dadurch, dass ich mich hinaus wage, auch wenn mir nicht immer danach ist.

Das Training am Montag war richtig gut, zwar anstrengend, aber es hat Spaß gemacht. Dann am Mittwoch (das war hier in Österreich ja ein Feiertag) konnte ich meine Tochter am Stadtrand von Wien besuchen (insgesamt 44 km mit dem Rad!) und mit meinem Enkel und dem neuen Familienmitglied, einem kleinen Hund, Zeit verbringen. Ich gebe zu, der Rückweg war durchaus anstrengend. Ich hatte wieder einmal die ganze Strecke über starken Gegenwind und abends wird es auch schon ganz schön kalt. Aber immerhin, ich bin gut nach Hause gekommen und war glücklich, es gemacht zu haben.

Berufsbedingt habe ich es am Freitag nicht geschafft zu trainieren – dafür hat sich meine jüngste Tochter bereit erklärt, mit mir am Sonntag in den Prater zu gehen. Und auch, wenn es nicht immer ganz einfach ist, sie aus dem Bett zu bekommen, freut sie sich dann doch, wieder einmal mit mir unterwegs zu sein – und ich erst! Es ist einfach so viel schöner zu zweit. Diesmal konnte ich während des Gehens hin und wieder sprechen, ihr etwas erzählen. Das ist für mich gar nicht so einfach und mir kam es dann schon mal so vor, als würde meine Tochter versuchen, das Gespräch verebben zu lassen, um mich nicht weiter zu belasten. Ganz offen gesagt, finde ich das zwar süß, aber eigentlich … – nein, ich möchte gefordert werden, und wenn ich stehenbleiben muss, dann tu ich das schon. Vielleicht hat aber auch sie zwischendurch einfach nur die Umgebung genossen, und ich interpretiere das nur hinein.

 

Da bin ich auch schon mittendrin in einem wesentlichen Thema. Einsamkeit und das Gefühl, dem anderen auf den Nerv zu gehen – oder nicht erklären zu können, was eigentlich los ist.

 

Ja, es ist schwierig und unangenehm, dem Gegenüber zu sagen: Sorry, ich atme viel lauter als du, aber dadurch tu ich mir viel leichter, oder: Ja, sorry, bergauf ist für mich sehr schwierig, da beginne ich zu keuchen und muss stehenbleiben, auch wenn ich sonst recht normal aussehe. Lange Zeit bin ich deswegen abends nicht mehr zu Veranstaltungen gegangen, denn jedes Mal lief das auf die gleiche Zeremonie hinaus: Gehen wir noch woanders hin, heißt es dann irgendwann – und ich kann nur sagen: Ja, eh, aber bitte geht voraus, denn ich kann nicht so schnell. Das ist einfach unangenehm und oft wissen die anderen damit nichts anzufangen und fragen dann jedes Mal, wenn man nur etwas lauter atmet, nach: Geht es eh noch? Das nervt.

 

Ich habe keine Patentlösung. Ich weiß, dass mein Atem oft recht laut klingt und sich Menschen umdrehen – was kommt denn da daher? Und man kann ja nicht jedem erklären: Du, ich habe nur so-und-so-viel Lungenvolumen … – Nein.

 

Wichtig ist nicht, was andere denken. Auch wenn es schwierig ist, es geht darum, für sich selbst Sicherheit zu finden. Und ich denke, man sollte das mal alles beiseite lassen, egal, ob laut oder leise, ob erschöpft oder nicht, wenn ich den heutigen Tag zusammenfasse, habe ich zwei Mal sehr viel bekommen. Das eine ist die Zeit mit meiner Tochter und das zweite ist einfach eine Landschaft in einer Farbenpracht, die unglaublich ist. Wenn mich vor wenigen Jahren jemand gefragt hätte, ob ich für möglich halte, das so zu sehen, hätte ich ganz sicher nein gesagt. Doch ja, es ist schön, überwältigend schön und ich möchte dem Raum geben, auch auf die Gefahr hinaus, dass ich mich wiederhole. Gerade, wenn es einem schwer fällt, kann es einem so viel geben. Bitte, probiert es, jeder Meter ist ein Gewinn und wenn es nur in den nächsten Park ist. Bitte, versucht es.

 

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