…da Haifisch in da Donau…

…oder ein Jahr erfolgreiche Ventilimplantation.

21.01.2018  Sehr genau vor einem Jahr (19.01.2017) hatte ich meine dritte Ventilimplantation, diesmal mit offenbar andauerndem Erfolg. Mir ist klar, dass es im Normalfall nicht notwendig ist, diesen Eingriff dreimal vorzunehmen, sondern es meistens mit dem ersten Mal erledigt ist. Aber offensichtlich kann immer etwas passieren, so wie bspw. ein Pneumothorax vorkommen kann. Was hierbei ganz klar gesagt werden muss: die Schuld an solchen Ereignissen hat niemand.

 

Was das mit einem ‚Haifisch in der Donau‘ zu tun hat? Nun, bei einem der letzten Aufenthalte im Otto-Wagner-Spital saß ich mit meiner Tochter an einem Teich, als sich ein Mann zu uns gesellte, der uns von seiner Welt erzählt und von eben diesem Haifisch in der Donau. Und als ich heute das Otto-Wagner-Spital besuchte, traf ich genau diesen Mann wieder, fast genau an der selben Stelle und er erzählte mir wieder von seinem Leben und dem Haifisch in der Donau. Was diesem Mann während des letzten Jahres passiert ist, weiß ich nicht. Als ich mich verabschiedete, wünschten wir – beinahe wie alte Freunde – einander alles Gute!

 

Für mich ist dieser Ort schon etwas ganz Besonderes, natürlich hat es mit meiner Gesundheit und den verschiedenen Abschnitten zu tun. Den Veränderungen, die ich in meinem Körper spürte, den Gesichtern, die ich noch heute vor Augen habe, den Personen, die ich näher kennen lernen konnte. Wenn ich jetzt sage, ich fühle mich dort wohl, klingt das für so manchen wahrscheinlich komisch, denn kann man sich denn in einem Spital wohlfühlen? Das vielleicht nicht, aber ich weiß, dass die Handelnden hier alles Menschenmögliche getan haben, damit es mir heute um so viel besser geht. Daher mein herzlicher Dank an alle, die daran beteiligt waren.

 

Und natürlich hat es mir auch die Umgebung angetan, die Möglichkeit aus einem Spital sofort in einer riesigen Parkanlage zu sein, umgeben von wunderschönen Gebäuden. Klar ist das wahrscheinlich nicht mehr die effizienteste und wirtschaftlich beste Art, ein Spital zu führen. Den Mehrwert, den ein solcher Rahmen aber zum Beispiel für Patienten wie mich gebracht hat, hat leider noch keiner berechnet.

 

Mir gibt das alles hier so ein Gefühl des Vertrauten, ich kenne durch meine vielen Wanderungen wahrscheinlich wirklich fast alle Ecken, ich habe meine Lieblingsplätze und Wege. Ich kann mich noch gut an meinen ersten ‚Aufstieg‘ zur Otto-Wagner-Kirche erinnern, das war gemeinsam mit meiner Tochter. Damals hatte ich noch 25 % FEV1 – und es war alles andere als lustig. Wenn ich heute dorthin gehe, genieße ich es. Ich kann zwar nicht schnell gehen, aber ich schaffe es in einem durch, und ich habe jetzt einen FEV1-Wert von 37 %.

 

Und wenn ich oben in den Steinhofgründen über Wien sehe, erinnere ich mich, wie stolz ich das erste Mal war, als ich es hierher geschafft hatte. Jetzt stehe ich da, der Schnee fliegt mir in das Gesicht und ich genieße es, all diese Geschichten, all diese Anläufe. Ja, es war richtig. Letztes Jahr war es hier bitterkalt, dagegen ist es heute warm und der Wind treibt kleine Schneeflocken vor sich her. Ich finde, in dem Jahr hat sich viel getan und einige von euch habe diese Veränderung mitgelesen – Danke! Ziemlich genau vor einem Jahr habe ich auch beschlossen, diesen Blog zu schreiben, in der Hoffnung, Mut zu machen und zu einem aktiven Umgang mit der Krankheit COPD aufzurufen.

 

Heute gibt es daher mal keine Bilder aus dem Prater, sondern vom Otto-Wagner-Spital und den Steinhofgründen. Viel Vergnügen und alles Gute!

 

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