Category Archives: Radfahren

…überlege was dich aufblühen lässt…

…dem gehe nach…

 

13.05.2018 – Nachdem ich ja zurzeit wieder einmal auf Reha bin, frage ich mich oft wie es denn den Therapeuten so ergeht, was sie wohl denken oder fühlen, wenn sie tag täglich mit kranken, und oftmals nicht gerade beweglichen Menschen zu tun haben. Nervt das nicht irgendwie, immer wieder auf dasselbe hinzuweisen? Also habe ich mal die Gelegenheit beim Schopf gepackt und einen dieser Therapeuten interviewt.

 

Warum bist du überhaupt Therapeut geworden?
In meinem persönlichen Fall war es so, dass ich schon während meines damaligen Studiums bei einer Versicherung tätig war und mir relativ schnell klar wurde dass ich diese Art von Tätigkeit nicht mein Leben lang machen kann. Ich wollte etwas das mehr „Sinn“ macht und wenn möglich auch etwas mechanischer / körperlicher. Mein damaliger Tanztrainer war Osteopath und so hab ich dann umgesattelt. Er hat gleich gemeint dass Physiotherapie als Grundausbildung am besten ist weil man dann rechtlich mehr darf.

 

Was ist eigentlich die größte Schwierigkeit /Herausforderung in deinem Beruf?
Das kann ich so nicht beantworten, denn das verändert sich im Laufe der Zeit. Die ersten Jahre habe ich – wie so viele andere Therapeuten auch – zuerst einmal das Helfersyndrom ablegen müssen / dürfen. Zu verstehen dass das nicht nur für mein Überleben essentiell ist sondern auch dem Patienten extrem viel Würde und Selbstbestimmung zurückgibt war da sicherlich ein ganz wichtiger Punkt. Zur Zeit finde ich es besonders herausfordernd in dem ganzen Zoo von therapeutischen Techniken und Möglichkeiten mich nicht zu verlieren sondern meinen Stärken treu zu bleiben. Ich muss nicht jede Technik können, aber was ich mache will ich gut machen.

 

Welche Erwartungen hast du an deine Patienten?
Eigentlich keine. Ich versuche Patienten dort abzuholen wo sie sind. Sie müssen also keine Vorleistung bringen. Das gelingt mir manchmal besser manchmal weniger gut.

 

Was sind eigentlich die häufigsten Fehler die Patienten in der Reha machen?
Fehler gibt es hunderttausende 😉 Die häufigsten Fehler sind auch nicht unbedingt die gravierendsten. Ich will es mal positiv formulieren: Das meiste aus der Therapie mitnehmen kann ein Patient wenn er seinen Verstand nicht an der Schwelle zurücklässt, den Therapeuten Fragen stellt und immer wieder selbst reflektiert: „Was von der Therapie tut mir gut und was nicht“. Manchmal sind es Kleinigkeiten die aus einer mittelmäßigen Reha eine sehr gute machen – aber diese Kleinigkeiten muss man finden!

 

Wie gehst du mit Patienten um die eher widerwillig die Reha machen?
Das ist natürlich auch intern ein großes Thema. Ich versuche wie schon oben erwähnt jeden Patienten dort abzuholen wo er / sie steht. Das gilt auch für „schwierige“ Patienten, die meistens die größten (seelischen) Bedürfnisse haben. Wenn ich die Not bzw. das Bedürfnis hinter dem Verhalten sehen kann dann geht es mir persönlich schon mal wesentlich besser. Echter Widerwille kommt allerdings nicht so häufig vor wie man vielleicht denkt. Wenn jemand wirklich nicht will dann reden unsere Ärzte auch mit  ihn/ ihr und brechen die Reha lieber ab.

Ein größeres Problem stellt meiner Meinung nach eher das typische „Raunzen“ dar – ohne echten Widerwillen – aber doch runterziehend und destruktiv. Dagegen hab ich noch kein Mittel gefunden 😉

 

Gibt es etwas dass du Patienten gerne auf den Weg geben willst?
Es gibt mehr auf der Welt als Medikamente, Op’s und Therapien. Das tiefste Bedürfnis jedes Menschen ist es geliebt zu werden und selbst sein Leben zu geben für eine größere Sache. Suchen Sie was sie zum Aufblühen bringt und gehen sie ihm nach.

 

 

Danke für deine Zeit und Gedanken
Gerne.

 

Ich hoffe das Interview hat gefallen, ich schicke euch allen viel Sonne und genießt die Zeit.

 

…ich hab ein knall rotes Gummiboot…

…und mein Fahrrad das kann fliegen.

 

29.04.2018 – Ich habe ja erzählt dass ich immer wieder beim Training in meine Phantasie reise. Auch habe ich immer wieder das Problem, dass mir beim Ausdauertraining mein Puls davon läuft.

 

Letzte Woche konnte ich ihn austricksen, und zwar so richtig.

 

Auf meiner Reise startete ich wieder einmal aus der Vogelperspektive, und flog über die Straßen gleitete in die Kurven, entlang von  steilen Klippen, durch Felstunnel, bis ich wieder auf meinem imaginären Fahrrad saß. Ich habe meist so nach 10 Minuten meine schwierige Bergstrecke zu bewältigen, da geht dann der Puls auch steil bergauf, und die Atmung hat Schwierigkeit den Rhythmus zu finden. Doch diesmal war das Timing perfekt, ich erreichte die Anhöhe noch bevor es richtig anstrengend wurde, dann ging es bergab, ganz leicht mit ganz viel Fahrtwind ruhig hinunter zum Fluss und entlang von Gräsern, Schilf raus auf das Wasser, mit meinem kleinem roten Tretboot. So strample ich der Sonne entgegen. Interfunktionales treten nenn ich das, egal ob als Flugzeug, Fahrrad oder Tretboot, da gibt es sicher noch mehr ‚tretbare‘ Fortbewegungsmittel. Besondere Aufmerksamkeit widmete ich den Umdrehungen, immer wenn der Puls nach oben zu wandern begann, wurde ich langsamer und siehe da der Puls blieb ziemlich konstant im 130er Bereich, so erreichte ich zwar durchgeschwitzt aber glücklich nach 35 Minuten mein Ziel.

 

…eigentlich wollte ich nur Frühstücken fahren…
….aber dann war der Ruf der Sonne doch zu stark.

 

Sonntagmorgen, ab in den Prater (mit einem Lied im Kopf) durch die stille Stadt und die ganze  Hauptallee entlang, einfach herrlich,  in die Sonne blinzeln und frühstücken inklusive. Da konnte ich dann einfach nicht wieder nach Hause fahren. Also, gestärkt und munter ging mein Weg an die Donau, ich wollte eigentlich nur schauen wie viel Gegenwind ich denn wohl hätte. Na ja – schien ja nicht so viel, also hatte ich keinen Grund umzudrehen. Somit wieder einmal ab zum Kraftwerk Freudenau. Und irgendwie bin ich dann doch ganz schön stolz auf mich, wenn ich sehe das gesunde Menschen ihre Fahrräder die Steigung hoch schieben, und ich es schaffe hoch zu fahren, auch wenn ich dann keuche und eine Pause machen muss.

 

Danach zügelte ich allerdings meinen Bewegungsdrang und machte mich doch auf dem Heimweg, was im Endeffekt ganz schön gut war, da zu Hause dann meine Beine dann doch etwas müde waren. Aber es war wunderschön.

 

Hier ein paar Bilder, wünsche viele Sonnenstrahlen und genießt die Zeit.

…auch eine Form von zu Hause…

…nächste Reha hat begonnen.

 

22.04.2018 – Es ist schon schön zu sehen und zu spüren, wenn man willkommen ist. Seit letzter Woche bin ich wieder in der ambulanten Reha in der Therme WienMed in Oberlaa. Daher habe ich heute mal noch keine Geschichte für euch, sondern nur die Fotos vom letzten Radausflug  mit meiner Tochter, der zumindest mir, einen veritablen Sonnenbrand bescherte.

Ps: Es tut einfach gut wieder einmal unter Anleitung in einer Gruppe zu trainieren, und neue Impulse zu bekommen. Natürlich ist es einfach auch dieses … ‚schön Herr Jordan dass sie wieder da sind‘… das gibt schon Kraft, klar ich bin ja mittlerweile schon fast so etwas wie ein ‚Stammgast‘. Und gerade wenn es etwas schwieriger ist, helfen diese Umgebung, die Menschen und auch der Terminplan dann doch, konsequent dabei zu bleiben, auch einmal aus dieser Situation auszusteigen und zumindest zu versuchen für kurze Zeit, ganz beim Training zu sein.

…endlich wieder radfahren…

…natürlich mit einem alten Bekannten…

 

15.04.2018 – Mit Hermann van Veen’s ‚Kleiner Fratz‘ im Kopf geht es los, unbeschwert und Sonne am Kopf und im Herzen. Nach mehr als 30 Kilometer ist dann weder von der Sonne noch von unbeschwert etwas geblieben, sondern die Gewissheit dass ich morgen einen handfesten Muskelkater haben werde,  hat gesiegt. – schön war es trotzdem.

 

Schon bemerkenswert, wie sehr anders sich eine Stadt sonntagmorgens bei schönstem Wetter anfühlt, oder war es einfach ein bisschen Übermut. Wahrscheinlich beides,  irgendwie schläft sie noch und die wenigen die sich auf die Radwege verirren, grinsen ebenso dämlich vor sich hin wie ich. Muss die Frühlingsdroge sein die in der Luft liegt.

 

Nach meinem Frühstückstop und der ersten kleineren bergauf Strecke, traf ich auf einen alten Bekannten, meinen geliebten Gegenwind. Der scheint einfach an der Donau beheimatet zu sein, und darauf zu warten dass ich komme. Da bemerkte ich doch, dass ich schon länger nicht mehr im realen Leben Rad gefahren bin, und meine Muskeln doch etwas mehr beansprucht werden. Interessanter Weise war es tatsächlich nicht so sehr die Luft die fehlte, als wirklich die Muskulatur meiner Beine. Und irgendwann war dann doch die Frage ob dies so eine gute Idee war, da noch die ganze Retourstrecke anstand. Aber was soll es, auf der Donauinsel gibt es keinen Shuttleservice. Also durch da, die letzten Kilometer schmerzten meine Beine dann doch einigermaßen, vor allem, nachdem es nur mehr ‚bergauf‘ ging. – geschafft habe ich es trotzdem und weiß nun, dass da schon noch einiges an Training von Nöten ist.

 

 

Ps. Die Lösung für das Rätsel der Blumen vom letzten Mal – diese rosa Blumen heißen Schuppenwurz! die Schuppenwurz zapft mit ihren Saugwurzeln die Wurzeln ausdauernder Pflanzen,  hauptsächlich Erle, Hasel, Pappel an und entzieht diesen Wasser, Nährsalze und organische Substanzen. Sie ist somit ein Vollschmarotzer, braucht kein Sonnenlicht und kann im dunklen Wald wachsen.

…alles eitle Wonne Eierkuchen…

…wenn ihr die Fotos des heutigen Blogeintrags seht, werden viele vielleicht sagen, ist das nicht immer das gleiche?

05.11.2017 Ja, es fällt mir manchmal ganz schön schwer, mich nicht zu wiederholen.

 

Ich starte trotzdem damit, zu betonen, wie unglaublich es ist, wieviel ich zurückbekomme oder erleben darf, dadurch, dass ich mich hinaus wage, auch wenn mir nicht immer danach ist.

Das Training am Montag war richtig gut, zwar anstrengend, aber es hat Spaß gemacht. Dann am Mittwoch (das war hier in Österreich ja ein Feiertag) konnte ich meine Tochter am Stadtrand von Wien besuchen (insgesamt 44 km mit dem Rad!) und mit meinem Enkel und dem neuen Familienmitglied, einem kleinen Hund, Zeit verbringen. Ich gebe zu, der Rückweg war durchaus anstrengend. Ich hatte wieder einmal die ganze Strecke über starken Gegenwind und abends wird es auch schon ganz schön kalt. Aber immerhin, ich bin gut nach Hause gekommen und war glücklich, es gemacht zu haben.

Berufsbedingt habe ich es am Freitag nicht geschafft zu trainieren – dafür hat sich meine jüngste Tochter bereit erklärt, mit mir am Sonntag in den Prater zu gehen. Und auch, wenn es nicht immer ganz einfach ist, sie aus dem Bett zu bekommen, freut sie sich dann doch, wieder einmal mit mir unterwegs zu sein – und ich erst! Es ist einfach so viel schöner zu zweit. Diesmal konnte ich während des Gehens hin und wieder sprechen, ihr etwas erzählen. Das ist für mich gar nicht so einfach und mir kam es dann schon mal so vor, als würde meine Tochter versuchen, das Gespräch verebben zu lassen, um mich nicht weiter zu belasten. Ganz offen gesagt, finde ich das zwar süß, aber eigentlich … – nein, ich möchte gefordert werden, und wenn ich stehenbleiben muss, dann tu ich das schon. Vielleicht hat aber auch sie zwischendurch einfach nur die Umgebung genossen, und ich interpretiere das nur hinein.

 

Da bin ich auch schon mittendrin in einem wesentlichen Thema. Einsamkeit und das Gefühl, dem anderen auf den Nerv zu gehen – oder nicht erklären zu können, was eigentlich los ist.

 

Ja, es ist schwierig und unangenehm, dem Gegenüber zu sagen: Sorry, ich atme viel lauter als du, aber dadurch tu ich mir viel leichter, oder: Ja, sorry, bergauf ist für mich sehr schwierig, da beginne ich zu keuchen und muss stehenbleiben, auch wenn ich sonst recht normal aussehe. Lange Zeit bin ich deswegen abends nicht mehr zu Veranstaltungen gegangen, denn jedes Mal lief das auf die gleiche Zeremonie hinaus: Gehen wir noch woanders hin, heißt es dann irgendwann – und ich kann nur sagen: Ja, eh, aber bitte geht voraus, denn ich kann nicht so schnell. Das ist einfach unangenehm und oft wissen die anderen damit nichts anzufangen und fragen dann jedes Mal, wenn man nur etwas lauter atmet, nach: Geht es eh noch? Das nervt.

 

Ich habe keine Patentlösung. Ich weiß, dass mein Atem oft recht laut klingt und sich Menschen umdrehen – was kommt denn da daher? Und man kann ja nicht jedem erklären: Du, ich habe nur so-und-so-viel Lungenvolumen … – Nein.

 

Wichtig ist nicht, was andere denken. Auch wenn es schwierig ist, es geht darum, für sich selbst Sicherheit zu finden. Und ich denke, man sollte das mal alles beiseite lassen, egal, ob laut oder leise, ob erschöpft oder nicht, wenn ich den heutigen Tag zusammenfasse, habe ich zwei Mal sehr viel bekommen. Das eine ist die Zeit mit meiner Tochter und das zweite ist einfach eine Landschaft in einer Farbenpracht, die unglaublich ist. Wenn mich vor wenigen Jahren jemand gefragt hätte, ob ich für möglich halte, das so zu sehen, hätte ich ganz sicher nein gesagt. Doch ja, es ist schön, überwältigend schön und ich möchte dem Raum geben, auch auf die Gefahr hinaus, dass ich mich wiederhole. Gerade, wenn es einem schwer fällt, kann es einem so viel geben. Bitte, probiert es, jeder Meter ist ein Gewinn und wenn es nur in den nächsten Park ist. Bitte, versucht es.

 

…wenn ein Tag schon so beginnt…

…wie kann er da nur weiter gehen!

 

15.10.2017 Mit viel blauem Himmel, das kann ich jetzt schon versprechen. Ein wunderbarer Tag, kaum Wind, der Himmel einfach nur strahlend – der Herbst zeigt sich von seiner buntesten Seite.

 

Ich konnte etwas mehr als 40km durch Wien, den Prater und über die Donauinsel radeln. Und es war einfach nur schön. – Ja, ich habe einfach Riesenglück!

 

Ich habe diese Woche mit meinem Zimmerkollegen aus dem Otto Wagner Spital telefoniert. Er kämpft – trotz Operation mit Coils auf dem zweiten Lungenflügel – schon wenn er den Haushalt erledigen muss, mit der Luft.  Umso bewusster wird mir, welches Glück ich habe, das alles erleben zu dürfen. Den Fahrtwind, die Farben, den Geruch und natürlich die Sonne auf meiner Haut und die angenehme Herbstluft in meiner Lunge. Auch wenn ich nach einigen Steigungen mal keine Luft mehr bekomme, meine Beine schmerzen und ich mich immer wieder frage, warum ich mir denn all das antue. – Die Antwort ist und bleibt ganz einfach:  Ich will das tun, um all das möglichst lange erleben zu können.

 

Aber was fängt mein Zimmernachbar mit diesen Geschichten an? Nun, vielleicht kann ich ihn dazu ermutigen, dass er doch öfter raus geht. Sei es, einen Kaffee zu trinken oder einzukaufen, damit er sich freut, wenn er ein paar Meter weiter kommt. Oder dass er auch nur kleine Übungen macht, damit er noch bewusster auf seinen Körper achtet und bemerkt, dass es ihm dann besser geht. Niemand muss Kilometer mit dem Fahrrad fahren, es reicht schon, wenn man beginnt, regelmäßig und behutsam einmal um den Häuserblock zu gehen. Denn schon nimmt man die Umgebung, das Wetter wahr, man merkt, wo man Pausen benötigt und wie sich dies verändert – und man ist wieder Teil des Lebens.

 

Auch ich habe „klein“ angefangen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich 2014 mit Begleitung um den Häuserblock „gegangen“ bin.

 

Hier nun noch ein paar himmelblaue Fotos von meiner kleinen Reise.

…da war doch was dazwischen…

01.10.2017… dieses Datum lässt mich an den 1. Oktober des Vorjahres zurückdenken und daran, wie die letzten 12 Monate verlaufen sind … Am 01.10.2016 war mein Atelierfest und ich bekam relativ plötzlich ganz schwer Luft. Nicht nur wegen des Stresses, den ich mir machte, und weil ich zwischen Atelier und Werkstatt hin und her ‚laufen‘ musste, sondern auch weil, wie sich herausstellte, meine Ventile nicht mehr so funktionierten, wie sie sollten – und ich gerade noch einen FEV1 Wert von 25% zusammenbrachte. Trotz Training, Reha und regelmäßigem Gehen im Prater.

 

Heute sieht das ganz anders aus. Ich gehe nicht nur meine Runden im Prater, ich fahre auch sehr viel mit dem Rad, ich trainiere und habe einen FEV1 Wert von 36-37%. Alleine diese Woche war ich insgesamt 56km in der Stadt mit dem Rad unterwegs! Soetwas wäre vor einem Jahr undenkbar gewesen.

 

Deswegen muss ich mich hier einfach nochmals bei Doz. Dr. Valipour dafür bedanken, dass er sich darauf eingelassen hat und einem dritten Eingriff zustimmte. Sowie bei meiner Hartnäckigkeit, sowohl was meinen Willen zu einem erneuten Eingriff betrifft, als auch meinen Ehrgeiz beim Training – und dem Wunsch und der Überzeugung, dass es besser werden kann.

 

Im Rückblick wird für mich auch noch mal ganz deutlich erkennbar, wieviel Energie ich durch die Reha in der Therme WienMed gewonnen habe.

Ein ungemein wichtiger Punkt ist auch die laufende Auseinandersetzung mit meiner Krankheit, der Erfahrungsaustausch, das Wissen, wie andere damit umgehen, und was herausragende Menschen trotz – oder eben mit dieser Krankheit leisten können.

 

Ich für meinen Teil habe, wenn ich nach vorne blicke, auch ein kleines ZIel. Ich möchte gerne beweisen, dass man mit Training, richtiger Ernährung und guter ärztlicher Betreuung nicht nur den Verlauf der Erkrankung aufhalten kann, sondern sogar eine Verbesserung herbeiführen kann. Natürlich spielt hier auch noch der soziale Aspekt eine wesentliche Rolle. Und leider muss ich zugeben, dass speziell die Ernährung bei mir noch wesentlich besser sein könnte. Und es gibt noch weitere Potentiale, die ich ausschöpfen möchte. Aber darüber gerne ein anders mal.

 

Hier noch ein kleine Zusammenstellung, wo ich in diesem Sommer mit meinem Rad überall war.

…ich kann es einfach nicht lassen,…

10.09.2017 …und muss immer mehr mit dem Fahrrad ausprobieren. Wie schon erwähnt, bin ich in letzter Zeit viel mit dem Rad unterwegs, aber diese Woche schlägt schon alles. Ich habe einfach begonnen, in der Stadt zu fahren, und es macht immer mehr Spaß. Auch möchte ich die noch schönen Tage nutzen. Also ich habe mal ca. 30 km Stadtkilometer zusammenbekommen. Und mein neuer Rekord an einem Tag 44 Kilometer mit einer längeren Pause zu fahren, war schon sehr anstrengend, aber am Ende bin ich dann immer ‚glücklich‘ es geschafft zu haben. Schwierig  auch, weil einfach die Temperaturen so differenzieren – in der Früh kalt, mittags heiß, und späterer Nachmittag dann auch eher kühl.

 

Auch das Training mit dem Ergometer ist ziemlich gut gegangen. Und beim Atemtraining, habe ich richtig gemerkt dass es jetzt hinhaut und ich so richtig schön lang die Luft einziehen kann. Allerdings beim Krafttraining hat sich mein ‚Mathematisches Genie‘ heraus kristallisiert, ich habe nämlich die ganze Zeit mit mehr Gewicht als bei der Reha trainiert, und mich gewundert warum denn das alles so schwer zu schaffen ist. Ja das Große 1×1 hat es in sich ?;-)

 

Das hört sich vielleicht alles jetzt so nach Leben ohne Schwierigkeiten an – nein ist es nicht – ich habe genauso meine Ängste, meine Schwierigkeiten, und klar habe ich nach 44 km keine Luft mehr und meine Beine tun mir weh, aber ich versuche mit meiner Krankheit  zu tun. Ich weiß dass, dies in der Form nicht für alle Möglich ist, aber ich möchte einfach motivieren. Und man kann nach Bewegung süchtig werden, das verspreche ich.

…yes I did it again – and more…

27.08.2017 – ich musste mir wohl wieder etwas beweisen. Ich kann bei diesem schönen Wetter einfach nicht zu Hause bleiben. Also rauf auf das Rad und ab – ja nur wohin? Ich will es wissen, schaffe ich es direkt von zu Hause, ohne Bahn bis an das Ende der Donauinsel zu fahren, und wieder retour?

 

Das Ergebnis ja knappe 40 Kilometer geschafft wenn auch mit einigen Pausen, nicht nur u etwas zu essen oder zu trinken – insgesamt 5,5 Stunden unterwegs.

 

Und hier gleich, was man nicht machen sollte: ich habe wenig geschlafen, es ist schwül und bekommt dann doch so 32 Grad, und die Donauinsel ist nicht gerade für Schatten bekannt. Und man glaubt es kaum, es gibt wieder einmal Gegenwind.

 

Dennoch: Ich spürte zwar meine Muskeln auf den letzten Kilometern ordentlich, und habe  jetzt schon eine Muskelkater, auch musste ich, speziell wenn es ‚bergauf‘ ging, immer wieder Pausen einlegen, aber irgendwie fühlt es sich schon gut an, einfach wieder etwas geschafft. Trotzdem, würde ich nun mal zu einer softeren Variante raten, auch von den Temperaturen her.

 

Was ich allerdings einfach sagen muss, es ist unglaublich schön neue Ecken zu entdecken, und bereits bekanntes in der jahreszeitlichen Veränderung zu beobachten. Und man trifft immer wieder nette Leute.