Category Archives: Training

…überlege was dich aufblühen lässt…

…dem gehe nach…

 

13.05.2018 – Nachdem ich ja zurzeit wieder einmal auf Reha bin, frage ich mich oft wie es denn den Therapeuten so ergeht, was sie wohl denken oder fühlen, wenn sie tag täglich mit kranken, und oftmals nicht gerade beweglichen Menschen zu tun haben. Nervt das nicht irgendwie, immer wieder auf dasselbe hinzuweisen? Also habe ich mal die Gelegenheit beim Schopf gepackt und einen dieser Therapeuten interviewt.

 

Warum bist du überhaupt Therapeut geworden?
In meinem persönlichen Fall war es so, dass ich schon während meines damaligen Studiums bei einer Versicherung tätig war und mir relativ schnell klar wurde dass ich diese Art von Tätigkeit nicht mein Leben lang machen kann. Ich wollte etwas das mehr „Sinn“ macht und wenn möglich auch etwas mechanischer / körperlicher. Mein damaliger Tanztrainer war Osteopath und so hab ich dann umgesattelt. Er hat gleich gemeint dass Physiotherapie als Grundausbildung am besten ist weil man dann rechtlich mehr darf.

 

Was ist eigentlich die größte Schwierigkeit /Herausforderung in deinem Beruf?
Das kann ich so nicht beantworten, denn das verändert sich im Laufe der Zeit. Die ersten Jahre habe ich – wie so viele andere Therapeuten auch – zuerst einmal das Helfersyndrom ablegen müssen / dürfen. Zu verstehen dass das nicht nur für mein Überleben essentiell ist sondern auch dem Patienten extrem viel Würde und Selbstbestimmung zurückgibt war da sicherlich ein ganz wichtiger Punkt. Zur Zeit finde ich es besonders herausfordernd in dem ganzen Zoo von therapeutischen Techniken und Möglichkeiten mich nicht zu verlieren sondern meinen Stärken treu zu bleiben. Ich muss nicht jede Technik können, aber was ich mache will ich gut machen.

 

Welche Erwartungen hast du an deine Patienten?
Eigentlich keine. Ich versuche Patienten dort abzuholen wo sie sind. Sie müssen also keine Vorleistung bringen. Das gelingt mir manchmal besser manchmal weniger gut.

 

Was sind eigentlich die häufigsten Fehler die Patienten in der Reha machen?
Fehler gibt es hunderttausende 😉 Die häufigsten Fehler sind auch nicht unbedingt die gravierendsten. Ich will es mal positiv formulieren: Das meiste aus der Therapie mitnehmen kann ein Patient wenn er seinen Verstand nicht an der Schwelle zurücklässt, den Therapeuten Fragen stellt und immer wieder selbst reflektiert: „Was von der Therapie tut mir gut und was nicht“. Manchmal sind es Kleinigkeiten die aus einer mittelmäßigen Reha eine sehr gute machen – aber diese Kleinigkeiten muss man finden!

 

Wie gehst du mit Patienten um die eher widerwillig die Reha machen?
Das ist natürlich auch intern ein großes Thema. Ich versuche wie schon oben erwähnt jeden Patienten dort abzuholen wo er / sie steht. Das gilt auch für „schwierige“ Patienten, die meistens die größten (seelischen) Bedürfnisse haben. Wenn ich die Not bzw. das Bedürfnis hinter dem Verhalten sehen kann dann geht es mir persönlich schon mal wesentlich besser. Echter Widerwille kommt allerdings nicht so häufig vor wie man vielleicht denkt. Wenn jemand wirklich nicht will dann reden unsere Ärzte auch mit  ihn/ ihr und brechen die Reha lieber ab.

Ein größeres Problem stellt meiner Meinung nach eher das typische „Raunzen“ dar – ohne echten Widerwillen – aber doch runterziehend und destruktiv. Dagegen hab ich noch kein Mittel gefunden 😉

 

Gibt es etwas dass du Patienten gerne auf den Weg geben willst?
Es gibt mehr auf der Welt als Medikamente, Op’s und Therapien. Das tiefste Bedürfnis jedes Menschen ist es geliebt zu werden und selbst sein Leben zu geben für eine größere Sache. Suchen Sie was sie zum Aufblühen bringt und gehen sie ihm nach.

 

 

Danke für deine Zeit und Gedanken
Gerne.

 

Ich hoffe das Interview hat gefallen, ich schicke euch allen viel Sonne und genießt die Zeit.

 

…ich hab ein knall rotes Gummiboot…

…und mein Fahrrad das kann fliegen.

 

29.04.2018 – Ich habe ja erzählt dass ich immer wieder beim Training in meine Phantasie reise. Auch habe ich immer wieder das Problem, dass mir beim Ausdauertraining mein Puls davon läuft.

 

Letzte Woche konnte ich ihn austricksen, und zwar so richtig.

 

Auf meiner Reise startete ich wieder einmal aus der Vogelperspektive, und flog über die Straßen gleitete in die Kurven, entlang von  steilen Klippen, durch Felstunnel, bis ich wieder auf meinem imaginären Fahrrad saß. Ich habe meist so nach 10 Minuten meine schwierige Bergstrecke zu bewältigen, da geht dann der Puls auch steil bergauf, und die Atmung hat Schwierigkeit den Rhythmus zu finden. Doch diesmal war das Timing perfekt, ich erreichte die Anhöhe noch bevor es richtig anstrengend wurde, dann ging es bergab, ganz leicht mit ganz viel Fahrtwind ruhig hinunter zum Fluss und entlang von Gräsern, Schilf raus auf das Wasser, mit meinem kleinem roten Tretboot. So strample ich der Sonne entgegen. Interfunktionales treten nenn ich das, egal ob als Flugzeug, Fahrrad oder Tretboot, da gibt es sicher noch mehr ‚tretbare‘ Fortbewegungsmittel. Besondere Aufmerksamkeit widmete ich den Umdrehungen, immer wenn der Puls nach oben zu wandern begann, wurde ich langsamer und siehe da der Puls blieb ziemlich konstant im 130er Bereich, so erreichte ich zwar durchgeschwitzt aber glücklich nach 35 Minuten mein Ziel.

 

…eigentlich wollte ich nur Frühstücken fahren…
….aber dann war der Ruf der Sonne doch zu stark.

 

Sonntagmorgen, ab in den Prater (mit einem Lied im Kopf) durch die stille Stadt und die ganze  Hauptallee entlang, einfach herrlich,  in die Sonne blinzeln und frühstücken inklusive. Da konnte ich dann einfach nicht wieder nach Hause fahren. Also, gestärkt und munter ging mein Weg an die Donau, ich wollte eigentlich nur schauen wie viel Gegenwind ich denn wohl hätte. Na ja – schien ja nicht so viel, also hatte ich keinen Grund umzudrehen. Somit wieder einmal ab zum Kraftwerk Freudenau. Und irgendwie bin ich dann doch ganz schön stolz auf mich, wenn ich sehe das gesunde Menschen ihre Fahrräder die Steigung hoch schieben, und ich es schaffe hoch zu fahren, auch wenn ich dann keuche und eine Pause machen muss.

 

Danach zügelte ich allerdings meinen Bewegungsdrang und machte mich doch auf dem Heimweg, was im Endeffekt ganz schön gut war, da zu Hause dann meine Beine dann doch etwas müde waren. Aber es war wunderschön.

 

Hier ein paar Bilder, wünsche viele Sonnenstrahlen und genießt die Zeit.

…wenn die Atempumpe nicht so recht will…

…leider musste ich öfter Pause machen.

07.01.2018

 

Und dies, obwohl es aus meiner Sicht eigentlich keine Ursache dafür gab. Das nennt man wohl Tagesverfassung.

Nachdem ich mich nun schon des längeren mit der Atmung und ihrer Trainierbarkeit beschäftige, habe ich hierzu nun auch eine interessante Meinung von einer absoluten Expertin bekommen. Dankenswerterweise hat Dr. Elisabeth Czuchajda von der Therme WienMed mir folgende Informationen zum Thema zukommen lassen:


Unsere Atmung wird über die Lunge und die ATEMPUMPE* sichergestellt

 

Einschränkungen des Gasaustausches, der die Lieferung von Sauerstoff (O2) und den Abtransport von Kohlendioxid (CO2) umfasst, können auf Störungen sowohl der Lunge als auch der Atempumpe beruhen.

 

Die Kapazität der Atempumpe ist auch von der Kraft der Atemmuskeln abhängig. Durch die Veränderungen im Rahmen der COPD müssen die Atemmuskeln mehr leisten und ermüden rascher. Als Schutzreaktion des Körpers gegen eine Überlastung der Atempumpe wird in den Lungenbläschen weniger Luft ausgetauscht, was zur Folge hat, dass im Blut zu wenig Sauerstoff aufnommen wird und das Kohlendioxid nur unzureichend abtransportiert werden kann.

 

Man kann die Atemmuskulatur aber trainieren

 

Bei der COPD erfolgt das ATEMMUSKELTRAINING zumeist in Form eines Trainings der Einatemmuskeln (Inspirationsmuskeltraining oder inspiratorisches Atemmuskeltraining). Bei dieser Trainingsmethode zieht man so stark wie möglich an dem Trainingsgerät. Dadurch wird zunächst ein Druck aufgebaut, der zunehmend ansteigt. Wird der am Gerät eingestellte Schwellenwert überschritten, öffnet sich ein Ventil und Luft strömt ein. Aus der statischen Druckerzeugung wird nun eine dynamische, aktive Atemmuskelarbeit.

 

Nähert sich das Einatmen ihrer maximal möglichen Tiefe, nimmt die Kraft oder anders ausgedrückt der Druck ab. Der am Gerät eingestellte Schwellenwert wird unterschritten und das Ventil schließt sich wieder. Es folgt eine kurze statische Druckerzeugung und das Einatmen wird beendet. Dann erfolgt das Ausatmen meistens in das Gerät gegen einen geringen Widerstand, der das Ausatmen unterstützt.

 

Mit dieser Trainingsmethode werden bedeutsame Effekte erzielt. Die Atemnot nimmt ab, die Leistungsfähigkeit steigt und damit nimmt die Lebensqualität zu. Das funktioniert aber NUR bei regelmäßigem Training!

 

Dr. Elisabeth Czuchajda

FA für Innere Medizin (Kardiologie) Therme WienMed


*Atempumpe (Wikipedia): Die Lungenventilation, kurz auch als Ventilation bezeichnet, beschreibt die Atmung in der Bedeutung Lungenbelüftung. Sie wird ermöglicht durch die sogenannte Atempumpe, zu der die Knochen und Gelenke des Brustkorbs, die Atemmuskulatur (insbesondere das Zwerchfell und die Zwischenrippenmuskeln) und alle weiteren für die Ventilation notwendigen Strukturen zusammengefasst werden.

 

…ich bin berührt…

…einigen ist offensichtlich aufgefallen,…

17.12.2017

…dass ich letzte Woche keinen Eintrag gemacht habe. Und dass das auch gleich Anlass zur Sorge sein könnte, das hat mich doch sehr überrascht! – Danke, mir geht es gut! Letzten Sonntag war ich zwar im Prater, aber in meiner Rolle als Opa, und da waren die Wege dann eher von Spielplatz zu Spielplatz und keine 10 Kilometer – aber es war wunderschön.

Was ich daraus gelernt habe: Ich werde jede Woche am Montag einen neuen Beitrag schreiben und sei er auch nur kurz – danke für euer Interesse!

Leider habe ich letzte Woche nur einmal trainiert und auch nicht besonders gesund gelebt. Das hat bei mir nicht nur für ein schlechtes Gewissen gesorgt, heute bekam ich auch die Quittung meines Körpers präsentiert: Die heutigen 5 Kilometer gestalteten sich durchaus durchwachsen. Offenbar bin ich es insgesamt zu schnell angegangen und so ging mir zwischendurch immer wieder die Puste aus. Und die Zeit von 55 Minuten war deswegen alles andere als ‚atemberaubend‘.

 

Zwar war es kalt, aber schön – und wenn die Sonne raus kam, sogar zu warm für meine Winterkleidung. Und während ich unterwegs war, fragte ich mich, warum die Lunge ab einer gewissen Belastung zu ermüden beginnt. Denn die Lunge selbst ist ja kein Muskel. Das muss bedeuten, dass das Muskelgewebe rund um die Lunge ermüdet. Diese Muskeln wiederum  müsste man also trainieren können, sodass diese Zeitspanne länger wird.

 

Hier fällt mir immer mein Tai Chi-Lehrer ein, auch wenn das schon lange her ist. Ein kleiner, älterer Chinese, der uns erklärte: Würde der Mensch wirklich seine ganze Lungenkapazität einsetzen (im Verhältnis Lungengröße zu Körpergröße), müsste er länger tauchen können als ein Wal. Ich habe nie nachgerechnet, ob das stimmt. Aber was ganz sicher stimmt, ist, dass dieser alte Mann in aller Ruhe seine Atemübung zu Ende führte, während wir ‚Jungen’ schon längst keine Luft mehr hatten. Das scheint ja bei einem Athleten wie Russell Winwood auch zu  funktionieren, der gerade in Brisbane bei einen Trainingslauf über 10 km eine Zeit von 1:13:31 hingelegt hat. Wie macht der das bitte??? Das erzeugt bei mir wirklich nur mehr Fragezeichen. Übrigens veröffentlicht er eine durchaus hörenswerte Podcast-Reihe (in Englisch).

 

Ich weiß noch aus eigener Erfahrung, dass nach einem 100-Meter-Sprint nicht die Muskulatur ein Thema war, sondern dass man wirklich außer Atem war.

 

Ich kann jetzt nur von mir sprechen, aber beim Atemtraining (Astrapep) bin ich immer wieder überrascht, wie viele offensichtlich kleine Muskeln man ansteuern kann, um ein Spur länger, eine Spur tiefer zu atmen, und wie viel Training nötig ist.

 

Daher mein Credo: Es geht stets darum, durch kontinuierliches Training möglichst viele Muskeln rund um die Lunge zu aktivieren, denn je trainierter die beteiligten Muskeln sind, desto mehr tragen sie dazu bei, auch die Aktivität der Lunge zu verbessern. Ich stelle mir das manchmal als einen kreisförmigen Bereich vor, der sich rund um Lunge und Herz erstreckt, und wenn das eine oder andere in seiner Funktion irgendwie beeinträchtigt ist, muss ich alles rund herum aktivieren und stärken, damit das zentrale Organ seine lebenswichtigen Aufgaben erfüllen kann.

 

Schaut euch einfach mal an, wie viele Atemhilfsmuskeln der Mensch hat, die man normalerweise gar nicht gezielt ansteuert – das zeigt doch eine Menge an Trainingspotential, oder?
http://yuveo.de/muskeln/atemhilfsmuskulatur.html

Und hier noch eine ganz schöne und übersichtliche Erklärung zum Thema, sehr empfehlenswert:
http://yuveo.de/muskeln/atemhilfsmuskulatur.html#Anchor-1031

 

Nun steht Weihnachten vor der Tür und kurz daruf der Jahreswechsel, die Zeit der Rückblicke, und guten Vorsätze.

 

Ich werde auch nächsten Sonntag wieder in den Prater gehen, der nächste Blogbeitrag wird aber erst nach Weihnachten erscheinen. Darum sage ich allen Lesern schon heute: Danke für eure Aufmerksamkeit und ein wunderschönes Fest!

…meine kleinen Tricks…

…helfen mir immer wieder über die Runden.

 

20.10.2017  Diese Woche lief trainingsbezogen eigentlich ziemlich gut, allerdings hat mein Puls nicht immer mitgespielt. Denn zwei Mal musste ich das Ausdauertraining am Ergometer abbrechen, weil mein Puls nach ca. 20 Minuten bei 160 war. Keine Ahnung, warum. Und dann beim dritten Anlauf am Freitag war alles anders: Ich fühlte mich pudelwohl, 20 Minuten bei 65 Watt bedeuteten sogar einen neuen Rekord. Ich habe keine Idee, warum das so unterschiedlich gelaufen ist – vielleicht bekomme sich das noch heraus.

 

Aber es gibt da etwas, wovon ich gerne erzählen möchte, und zwar von meinen kleinen Helferlein.

 

Wenn ich mein Training beginne, ist das für mich einfach immer eine Überwindung. Und dann möchte ich natürlich spüren, dass ich weiter komme, dass sich etwas tut. Beim Krafttraining ist das ja noch relativ einfach. Wenn es anstrengend wird zähle ich einfach ganz laut mit – das hilft mir ungemein. Schon bemerkenswert, was so ein laut gestöhntes „13, 14 und 15“ bewirken kann.

 

Aber viel ‚trickyer‘ ist das am Ergometer. Ausdauertraining dauert einfach viel länger. Hier helfe ich mir gerne mit inneren Bildern, die mich diese Zeit besser, intensiver oder liebevoller erleben lassen.

 

Ich schließe meine Augen, stelle mir Landschaften vor, die Donau, das Meer, eine Insel, was auch immer mir beliebt. Und dann gibt es einen Punkt, dort, wo es schwierig wird und ich aus dem Rhythmus komme, wo Atem und Beine plötzlich nicht mehr zusammenpassen und ich das Gefühl habe, jetzt hör ich auf. Da kommt dann vor meinem inneren Auge plötzlich mein Enkel auf seinem Fahrrad  daher. Und strampelt, so wie er es mir einmal erzählt hat (…dann fahr ich ganz schnell…), an mir vorbei, begleitet mich. Und wenn es noch schwieriger wird, taucht wie aus dem nichts auch meine Tochter auf – und wenn es dann wirklich anstrengend wird, hole ich mir gedanklich als meinen Tempomacher Russel Winwood dazu. Und siehe da, ich habe die 35 Minuten überstanden, vielleicht sogar mit neuem Rekord.

 

Mein Appell, wenn dieser überhaupt von Nöten ist:  Sammelt in eurem Inneren Bilder, die für euch schön sind, und setzt sie in Zeiten, die etwas anstrengend sind, ein.

 

Zu einem ähnlichen Thema gibt es auch auf http://www.leichter-atmen.de/kopfsache/meine-kraftquellen-fuer-mehr-wohlbefinden Tipps zum alltäglichen Umgang mit Herausforderungen, die jedem ins Haus stehen.

 

Hier noch einige Bilder meines heutigen Ausfluges, in einen zugegeben windigen und feuchten Prater – dabei waren mehr Menschen unterwegs als erwartet.

…da war doch was dazwischen…

01.10.2017… dieses Datum lässt mich an den 1. Oktober des Vorjahres zurückdenken und daran, wie die letzten 12 Monate verlaufen sind … Am 01.10.2016 war mein Atelierfest und ich bekam relativ plötzlich ganz schwer Luft. Nicht nur wegen des Stresses, den ich mir machte, und weil ich zwischen Atelier und Werkstatt hin und her ‚laufen‘ musste, sondern auch weil, wie sich herausstellte, meine Ventile nicht mehr so funktionierten, wie sie sollten – und ich gerade noch einen FEV1 Wert von 25% zusammenbrachte. Trotz Training, Reha und regelmäßigem Gehen im Prater.

 

Heute sieht das ganz anders aus. Ich gehe nicht nur meine Runden im Prater, ich fahre auch sehr viel mit dem Rad, ich trainiere und habe einen FEV1 Wert von 36-37%. Alleine diese Woche war ich insgesamt 56km in der Stadt mit dem Rad unterwegs! Soetwas wäre vor einem Jahr undenkbar gewesen.

 

Deswegen muss ich mich hier einfach nochmals bei Doz. Dr. Valipour dafür bedanken, dass er sich darauf eingelassen hat und einem dritten Eingriff zustimmte. Sowie bei meiner Hartnäckigkeit, sowohl was meinen Willen zu einem erneuten Eingriff betrifft, als auch meinen Ehrgeiz beim Training – und dem Wunsch und der Überzeugung, dass es besser werden kann.

 

Im Rückblick wird für mich auch noch mal ganz deutlich erkennbar, wieviel Energie ich durch die Reha in der Therme WienMed gewonnen habe.

Ein ungemein wichtiger Punkt ist auch die laufende Auseinandersetzung mit meiner Krankheit, der Erfahrungsaustausch, das Wissen, wie andere damit umgehen, und was herausragende Menschen trotz – oder eben mit dieser Krankheit leisten können.

 

Ich für meinen Teil habe, wenn ich nach vorne blicke, auch ein kleines ZIel. Ich möchte gerne beweisen, dass man mit Training, richtiger Ernährung und guter ärztlicher Betreuung nicht nur den Verlauf der Erkrankung aufhalten kann, sondern sogar eine Verbesserung herbeiführen kann. Natürlich spielt hier auch noch der soziale Aspekt eine wesentliche Rolle. Und leider muss ich zugeben, dass speziell die Ernährung bei mir noch wesentlich besser sein könnte. Und es gibt noch weitere Potentiale, die ich ausschöpfen möchte. Aber darüber gerne ein anders mal.

 

Hier noch ein kleine Zusammenstellung, wo ich in diesem Sommer mit meinem Rad überall war.

… fast hätte ich es wieder geschafft…

17.09.2017 …und der Prater hätte nur mir gehört. Es regnet, und der Herbst hält so richtig Einzug in Wien.  Ich habe mich schon so richtig gefreut, aber dann im zweiten Teil des Praters sammeln sich doch die Teilnehmer des ‚Rote Nasen Laufes‘. Sind wenigstens nicht ganz so laut wie viele andere.

 

Ich musste dann doch einige Male stehen bleiben, aber das störte mich jetzt nicht so sehr, da es wunderbar roch, dennoch denke ich dass ich wieder mehr üben sollte, gehen ist einfach etwas ganz anderes als Radfahren. Aber ich nehme mal an dass, sich das durch die geänderten Temperaturen so bald wieder ändern wird, und ich mein Wintergewand hervor holen werde um mich eingemummt in den dann kalten Prater zu begeben.

 

Meine Trainings zu Hause waren leider nicht ganz so erfolgreich. Da dürften sich die 44 Kilometer von Sonntag noch etwas ausgewirkt haben. Denn beim Ausdauertraining musste ich am Dienstag bei einer halben Stunde (15Min. 60 Watt und 10Min. 65 Watt)  abbrechen, da es zu anstrengend wurde, und ich trotz Sauerstoff nicht über 90 Sättigung bei einem Puls von 158 kam. Ich hatte einfach noch den Muskelkater in meinen Beinen. Krafttraining war dann kein Problem. Also mein Körper braucht einfach die Pausen dazwischen und offensichtlich auch mal mehr als nur einen Tag.

 

Und zum Schluss sein noch bemerkt, dass sich mein geliebter Prater nicht nur wie jedes Jahr sein buntestes Kleid anzieht, auch das Oktoberfest scheint nicht zu verhindern sein  – na dann mal Prost.

…ich kann es einfach nicht lassen,…

10.09.2017 …und muss immer mehr mit dem Fahrrad ausprobieren. Wie schon erwähnt, bin ich in letzter Zeit viel mit dem Rad unterwegs, aber diese Woche schlägt schon alles. Ich habe einfach begonnen, in der Stadt zu fahren, und es macht immer mehr Spaß. Auch möchte ich die noch schönen Tage nutzen. Also ich habe mal ca. 30 km Stadtkilometer zusammenbekommen. Und mein neuer Rekord an einem Tag 44 Kilometer mit einer längeren Pause zu fahren, war schon sehr anstrengend, aber am Ende bin ich dann immer ‚glücklich‘ es geschafft zu haben. Schwierig  auch, weil einfach die Temperaturen so differenzieren – in der Früh kalt, mittags heiß, und späterer Nachmittag dann auch eher kühl.

 

Auch das Training mit dem Ergometer ist ziemlich gut gegangen. Und beim Atemtraining, habe ich richtig gemerkt dass es jetzt hinhaut und ich so richtig schön lang die Luft einziehen kann. Allerdings beim Krafttraining hat sich mein ‚Mathematisches Genie‘ heraus kristallisiert, ich habe nämlich die ganze Zeit mit mehr Gewicht als bei der Reha trainiert, und mich gewundert warum denn das alles so schwer zu schaffen ist. Ja das Große 1×1 hat es in sich ?;-)

 

Das hört sich vielleicht alles jetzt so nach Leben ohne Schwierigkeiten an – nein ist es nicht – ich habe genauso meine Ängste, meine Schwierigkeiten, und klar habe ich nach 44 km keine Luft mehr und meine Beine tun mir weh, aber ich versuche mit meiner Krankheit  zu tun. Ich weiß dass, dies in der Form nicht für alle Möglich ist, aber ich möchte einfach motivieren. Und man kann nach Bewegung süchtig werden, das verspreche ich.

…yes I did it again – and more…

27.08.2017 – ich musste mir wohl wieder etwas beweisen. Ich kann bei diesem schönen Wetter einfach nicht zu Hause bleiben. Also rauf auf das Rad und ab – ja nur wohin? Ich will es wissen, schaffe ich es direkt von zu Hause, ohne Bahn bis an das Ende der Donauinsel zu fahren, und wieder retour?

 

Das Ergebnis ja knappe 40 Kilometer geschafft wenn auch mit einigen Pausen, nicht nur u etwas zu essen oder zu trinken – insgesamt 5,5 Stunden unterwegs.

 

Und hier gleich, was man nicht machen sollte: ich habe wenig geschlafen, es ist schwül und bekommt dann doch so 32 Grad, und die Donauinsel ist nicht gerade für Schatten bekannt. Und man glaubt es kaum, es gibt wieder einmal Gegenwind.

 

Dennoch: Ich spürte zwar meine Muskeln auf den letzten Kilometern ordentlich, und habe  jetzt schon eine Muskelkater, auch musste ich, speziell wenn es ‚bergauf‘ ging, immer wieder Pausen einlegen, aber irgendwie fühlt es sich schon gut an, einfach wieder etwas geschafft. Trotzdem, würde ich nun mal zu einer softeren Variante raten, auch von den Temperaturen her.

 

Was ich allerdings einfach sagen muss, es ist unglaublich schön neue Ecken zu entdecken, und bereits bekanntes in der jahreszeitlichen Veränderung zu beobachten. Und man trifft immer wieder nette Leute.