…na also…

…so kann es auch gehen.

 

20.01.2019 – Nach der eher katastrophalen Rund der letzten Woche, war ich heute auf alles gefasst, und mir sicher nochmals mache ich das nicht.

 

Es war ziemlich kalt und die Sonne hatte sich gut versteckt, einzig die sonntäglichen Marathonläufer ließen es sich nicht nehmen, und drehten ihre Runden. Bei den ersten Ansätzen von Husten wurde ich schnell hellhörig, diesmal gab ich aber jedem dieser kurzen Anfälle reichlich Raum, blieb stehen beugte mich vor und versuchte so gut es ging abzuhusten. Und dann wurde es plötzlich ganz einfach, kein Husten keine Läufer, und eine ungemeine Stille und Ruhe kehrte in den Prater ein, gedeckelt von einem grauen Meer. Eigen ist diese Stimmung schon, aber ich mag sie sehr, es ist so als würde alles nur für mich sein.

 

Ebenso wie meine Gedanken, der Genuss des Gehens und Atmens, und die Freude dass es diesmal leichter geht. Aber vielleicht benötigt man solche Abstürze, um den Wert des Besseren wieder zu erkennen?

 

Was ich wirklich spannend finde bei diesen ruhigen ‚Runden‘ kommen immer wieder die Erinnerungen an früher, als ich mich so oft abgekämpft habe um diese Strecken zu bewältigen, oder an den ersten Besuch beim Mexikaner (ca. 1 Kilometer) nach der ersten Intensivstation 2014, der Weg kam mir so unendlich vor, und ich wollte aber mit meinen Kindern dort hin. Die Zeiten an denen ich einen Mistkübel nach den anderen besuchte um irgendwann dann doch meine zehn Kilometer gegangen zu sein. Schön dass es mir jetzt so gut geht.

 

Und noch etwas taucht da immer wieder auf, der Gedanke an meine Tochter, die mich beim letzten Mal auf dem Weg zur Intensivstation ‚begleitet‘ hat, ich habe ja nichts mehr mitbekommen, aber aus dem wenigen dass sie mir erzählt hat kann ich nur eine Ahnung von dem Horrortrip bekommen, den sie durchgemacht hat. Und ich bin unendlich dankbar, dass sie da war.

 

Vielleicht benötigen diese Gedanken diese ruhige unaufgeregte Umgebung, um sich breit machen zu können. Sie sind ja auch sehr langsam, und haben in hektischer Umgebung keinen Platz.

 

Ich bin froh, ja beinahe glücklich, dass das Gehen heute so gut geklappt hat, jetzt geht es eindeutig Richtung Frühling!

 

Schöne Zeit und eine aktive Woche!

 

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