…ich bin einfach nicht dazu gekommen…

…aber dafür gibt es diese Woche gleich zwei Fotoblöcke!

 

31.03.2019 – Wenn man sich vor lauter Muskelkater kaum noch bewegen kann, dann weiß man, dass die Reha wieder begonnen hat. Jedes Mal wieder ein erstaunliches Gefühl, wenn wirklich jede Bewegung zur Herausforderung wird. Aber am Sonntag ging es dann schon wieder.

 

So was soll ich sagen, zwei wunderbare Wochenenden mit unglaublich viel Sonne und Frühling.

Ein Freund machte mich darauf aufmerksam – ‚Du schreibst ja immer wie glücklich du über deine Familie und die Spaziergänge mit deiner  Tochter bist, aber wie ist das für Menschen die das nicht haben?‘ Gute Frage, und ich bin mir nicht sicher ob ich für diese Menschen sprechen darf, aber hier ein paar Gedanken.

 

Ich gehe natürlich auch oft alleine durch den Prater, und wie schon oft  erzählt, mag ich es ja auch wenn er sehr Menschenleer ist, aber im Normalfall – bin ich da wirklich alleine?

 

Ist es nicht so, dass ich mich immer freue, wenn ich die Dame im Rollstuhl ‚treffe‘, wir kennen uns zwar nicht, lächeln uns an, grüßen freundlich, und das war es dann schon wieder – aber es erfreut. Und das passiert einem immer öfter, denn es sind ja doch, oft dieselben Personen denen man begegnet. Ganz zu schweigen davon, dass ich natürlich bei meinen Pausen doch immer wieder Menschen kennen lerne, die das selbe treibt, oder die sich für etwas ähnliches interessieren, die Natur, Radfahren, Gesundheit, oder einfach Zeitvertreib suchen. Aber natürlich muss ich dazu sagen, dass ich ein recht neugieriger Mensch bin, und sehr rasch mal jemand anspreche, einfach weil mich was interessiert.

 

So sehr ich es mag, wenn ich ‚alleine‘ im Prater unterwegs bin, sosehr weiß ich, dass es einfach gut tut unter Menschen zu gehen, denn jedes noch so kleine Lächeln kann einem Kraft geben, ganz zu schweigen von den vielen schönen Momenten in der Natur. Die ich wirklich nur jedem ans Herz legen kann, sie ist einfach so mannigfaltig und berauschend schön.

 

Ich denke auch wenn man ‚krank‘ ist oder gerade dann, ist es notwendig unter Menschen zu gehen, denn die Gefahr zu sehr, mit sich und der Krankheit alleine zu sein ist groß. Und ich habe noch etwas gelernt, wenn ich allen ganz klar sage ich habe COPD (und auch erkläre was das ist), und es dadurch sein kann,  dass ich manchmal lauter atme, oder eben einen Spray einnehmen muss, ist es für mein Gegenüber viel leichter zu verstehen was los ist, und ich mich nicht einfach nur komisch verhalte.

 

Aber ich weiß, dass es ganz schön schwierig ist, gerade am Anfang, wenn man sich so noch nichts oder sehr wenig zutraut, dann auch noch anderen die Krankheit erklären und mit all dem Unverständnis klar zu kommen, da hab ich mir auch oft gedacht, wenn ich einen Gips hab, versteht jeder, dass ich nicht mehr so schnell sein kann, aber bei jetzt da ist ja noch alles dran?

 

Also ich kann nur jedem raten raus aus der Wohnung, neue Eindrücke und Momente haben noch selten geschadet, und Bewegung auch nicht.

 

Ich möchte aber auch noch kurz ein paar Gedanken formulieren, die Sauerstoffpatienten betreffen. Ich denke schon, dass es noch x-Mal schwieriger ist sich mit Sauerstoff in die Natur zu wagen, da nicht nur das ‚zur Schaustellen‘ sondern auch einfach die Gedanken – was ist wenn das Gerät versagt …– natürlich Angst machen. Dennoch kann ich nur raten – macht die ersten Schritte raus, und sei es nur auf den nächst gelegenem Platz.

 

Vielleicht hier noch so ein kleines Beispiel, ich hatte eine Zeit lang die Gewohnheit im Sommer immer in einen Gastgarten zu gehen, und dort bemerkte ich eine ältere Damen die einfach sensationell gekleidet und geschminkt war, sie saß immer alleine bei einem Glas Wein. Eines Tages raffte ich all meinen Mut zusammen, ging zu ihrem Tisch und erklärte ihr wie toll ich sie nicht finde, und sie einfach großartig aussieht. Sie war in höchstem Masse erfreut, dass dies jemand bemerkt. Seit dem Moment, winkte sie mir jedes Mal zu wenn wir und sahen, hin und wieder saßen wir sogar am selben Tisch und sie erzählte ein bisschen von sich. Sie war einfach bezaubernd.

 

In diesem Sinne genießt den Frühling und eine schöne aktive Zeit!

 

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