…Lustwandeln…

…mit Tränen in den Augen.

 

27.10.2018 –

Es gibt in letzter Zeit immer wieder Tage wo ich einfach grundlos glücklich bin. Ich wandere durch diese Welt und hab keine Ahnung warum es mir eigentlich so gut geht. Dann fallen mir all die Sachen ein die gewesen sind, die Intensivstationen, dieser absolute Horror die Angst um mich und meine Kinder, das alles haben wir überstanden, und ich wandle jetzt einfach zufrieden durch einen wunderschönen Prater, bestaune  die Farben und atmen den wunderbaren Herbstgeruch ein. Mir laufen die Tränen über die Wangen und trotzdem könnte ich die Welt umarmen. Denn das alles habe ich geschenkt bekommen, naja ein bisschen was habe ich schon dazu getan und meine Kinder, Freunde und Ärzte auch, aber trotzdem. Es ist ein Geschenk und was für eines.

 

Wenn ich heute da stehe und mich anschau und darüber nachdenke, dass so das ‚Endstadium‘ von COPD aussieht, dann habe ich schon ein paar Fragen. Vielleicht war es ja der Auslöser, dass ich so aktiv begonnen habe mich gegen diese ‚Auszeichnung‘ zu wehren, und aktiv mit meiner Krankheit und meinem Körper umzugehen, aber ganz so sicher bin ich mir da nicht.

 

Ich kann auf jedem Fall nur jedem raten, auch wenn man diese ‚Diagnose‘ bekommt, es ist nur das Endstadium wenn man es auch zulässt. Raus aus dieser Falle, und mit kleinen Schritten wieder Richtung Leben und Aktivität.

 

Ich jedenfalls bin glücklich dass ich diesen Weg gegangen bin, und auch wenn ich noch immer zwischen COPD 3-4 wandere, ich fühle mich nicht wie ein ‚Endstadium‘, und habe noch jede Menge vor und ich weiß dass mein Körper noch stärker und fitter werden kann und wird, und darauf freue ich mich. Da mögen mir noch so viele Tränen über die Wangen laufen, ich darf emotional sein, denn  es ist seither so viel Schönes passiert und es passiert immer noch.

 

Ja ich bin wesentlich emotionaler geworden durch all das passierte, ich habe das Gefühl die Erlebnisse sind viel näher, sie dringen sehr schnell in mich ein, egal ob dies nun Schöne oder Unangenehme sind. Ich freue mich über Kleinigkeiten, Vertrautheiten, über Teilhabe am Leben.

 

Da fällt mir wieder mal Herrmann van Veen ein ‚Warum bin ich so fröhlich?‘

 

In diesem Sinne eine wunderschöne aktive Herbstzeit!

 

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