…nach der kurzen Pause…

…möchte ich euch neugierig machen.

 

02.02.2020 – Im August ist es soweit, und dann wird es heißen juhu es ist da, bis dahin aber werfe ich euch immer wieder so kleine Happen hin. Diesmal einen Ausschnitt aus einem sehr schönen Beitrag von Sophie Meingasser, Leiterin von rauchfrei Telefon zum Thema ‚Die verschiedenen Möglichkeiten der Raucherentwöhnung‘. Wobei ich mich nochmals sehr herzlich für das Mitwirken bedanken möchte. Hier nun ein Teil des Beitrages:

 

Die verschiedenen Möglichkeiten der Raucherentwöhnung:

 

Rauchen

Viele Raucher/innen rauchen noch, obwohl sie damit unzufrieden sind oder wissen, dass das Verhalten ihnen selbst schadet. Viele Raucher/innen möchten aufhören oder etwas am Rauchen verändern. Ein Großteil der Personen hat schon ein oder mehrere Rauchstopps hinter sich. Manche waren nur kurze Zeit, andere schon über einen längeren Zeitraum rauchfrei und wurden dann rückfällig. Rückfälle sind beim Rauchen aufhören jedoch normal. Mehrere Anläufe gehören meist dazu.

Rauchen ist ein Suchtverhalten. Aufzuhören mit dem Rauchen ist für viele eine harte, scheinbar unmögliche Aufgabe. Manche Ex- Raucher/innen berichten aber auch, dass der Rauchstopp im Nachhinein viel einfacher und leichter ging, als gedacht. So verschieden die Personen sind, so unterschiedlich sind die Wege in die Rauchfreiheit.

Bei den meisten Raucher/innen ist das Rauchen eine Abhängigkeit. Rauchen ist eine Sucht, die Nikotinsucht. Zwei Aspekte der Sucht sind zu beachten, wenn man das Rauchen aufgibt und sich für die Rauchfreiheit entscheidet: Rauchen kann körperlich und psychisch abhängig machen. Oft sind beide Bereiche ausgeprägt.

Nikotin ist ein stark wirksames Suchtgift mit vielen pharmakologischen Wirkungen, das schnell abhängig macht. Zusätzlich zu den verschiedenen Wirkungen des Nikotins entwickeln sich über die Jahre Gewohnheiten und Rituale, die oftmals den Alltag bestimmen. Diese Kombination aus körperlicher Gewöhnung und stark eingeprägten Verhaltensweisen, mehrfach täglich und meist über Jahre hinweg, führt dazu, dass ein Rauchstopp oft mehr Aufmerksamkeit und Umstellung benötigt als gedacht. Und die Veränderung des vorherigen Suchtverhaltens braucht Zeit.

 

Rauchfrei werden

Die Veränderung des Rauchverhaltens ist meist ein Prozess, der von der Unzufriedenheit mit dem Rauchen, der Notwendigkeit aufzuhören oder dem Wunsch, endlich suchtfrei zu sein über die Vorbereitung, die Umsetzung des Rauchstopps und die Aufrechterhaltung der Rauchfreiheit geht. Wie lange der Prozess dauert, ist von Person zu Person ganz unterschiedlich. Einige Dinge gilt es zu beachten, bevor der Rauchstopp in Angriff genommen wird. Dann gelingt es leichter, die Rauchfreiheit langfristig aufrecht zu erhalten.

 

Eigener guter Grund und eigene Motivation:

Eine wichtige Voraussetzung ist es, dass es persönliche gute Gründe für den Rauchstopp gibt. Und dass der Rauchstopp das eigene Ziel ist. Wenn der Arzt/die Ärztin sagt, der Rauchstopp ist notwendig, oder die Angehörigen zum Rauchstopp drängen, die rauchende Person aber nach wie vor weiterrauchen will, ist die Tabakentwöhnung wahrscheinlich nicht erfolgreich.  Eigene gute Gründe und Motive sind oft die Erhaltung oder die Verbesserung der Gesundheit. Es können aber auch ganz andere Gründe sein wie z.B.  der Wunsch, frei zu sein oder ein gutes Vorbild zu sein.

 

Eigene Entscheidung:

Eng mit dem eigenen guten Grund hängt die persönliche Entscheidung zur Rauchfreiheit zusammen. Rauchen ist nicht verboten. Zigaretten sind verhältnismäßig günstig und einfach verfügbar. Die Entscheidung zum Rauchstopp muss daher eine freiwillige Entscheidung der rauchenden Person sein.

Wenn jemand sich selber für den Rauchstopp entscheidet, wird er oder sie sich mit der Rauchfreiheit leichter tun, als wenn jemand das Gefühl hat „das Rauchen wird mir verboten“.

 

Passende Strategien und Fähigkeiten:

Immer wieder schwirrt der Satz „Du musst ja nur wollen!“ oder „Es muss einfach klick machen!“ herum. Natürlich muss man den Rauchstopp zu einem bestimmten Teil selber wollen. Manche empfinden die Veränderung der Einstellung zum Rauchen auch wie eine plötzliche Veränderung. In den meisten Fällen, in denen der Rauchstopp gut gelingt, sind neben dem eigenen Wunsch aufzuhören jedoch noch zwei Dinge ganz wichtig.

  1. Konkrete Strategien und Fähigkeiten für einen rauchfreien Alltag müssen vorhanden sein, wieder aktiviert oder erlernt werden. Dann kann die Zigarette in den vielen verschiedenen Situationen durch anderes ersetzt werden: Wie macht man rauchfrei Pause? Wie geht man rauchfrei mit Ärger um? Wie hält man rauchfrei das Gewicht? Wie strukturiert man rauchfrei den Tag/ die Arbeit?
  2. Das Zutrauen, den Rauchstopp zu schaffen, ist für eine gelungene Verhaltensänderung nötig. Wenn das Zutrauen fehlt, muss das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufgebaut werden, mit denen der Rauchstopp gemeistert werden kann und die Rauchfreiheit gelingt.

 

Mit Hilfe gelingt es leichter

Vielen gelingt der Rauchstopp mit Unterstützung leichter als ganz auf sich allein gestellt. Immer wieder hört man: „Das muss ich alleine schaffen!“. Es ist kein Zeichen von Schwäche, Hilfe beim Rauchstopp in Anspruch zu nehmen. Im Gegenteil: vielleicht spart man sich dadurch sogar ein paar erfolglose Anläufe. Professionelle Unterstützung gibt es in den verschiedensten Settings und Rahmenbedingungen. Gemeinsam ist allen Angeboten, dass Expertinnen und Experten bei der Entwöhnung vom Nikotin und bei der Verhaltensänderung unterstützen und Erfahrung und Verständnis für die Herausforderungen des Rauchstopps haben. Die meisten Berufsvertretungen im Gesundheitsbereich (z.B. Ärztekammer, Psychologenverband, …) bieten Listen jener Personen an, die Zusatzausbildungen in der Tabakentwöhnung aufweisen.

 

Beratung und Begleitung in Institutionen und in freien Praxen:

Beratung und Behandlung zur Tabakentwöhnung wird immer häufiger nicht nur von niedergelassenen Gesundheitsprofessionisten angeboten, sondern auch in Kliniken, Reha-, Kur- und Gesundheitszentren. Informationsvorträge, Einzelberatungen und Gruppenprogramme können dabei helfen, das Rauchverhalten zu verstehen und zu analysieren, die subjektiven Vorteile der Rauchfreiheit zu sehen und Strategien für ein rauchfreies Leben und den Umgang mit Verlangensattacken zu erlernen. Durchgeführt werden die Beratungen und Behandlungen in der Regel von Gesundheitsprofessionisten (PsychologInnen, ÄrztInnen, Pflegepersonal, Hebammen, …) die eine vertiefende Ausbildung zur Tabakentwöhnung haben. Die bewährten und wirksamen Entwöhnprogramme basieren auf klinisch – psychologischen und verhaltenstherapeutischen Elementen. Mit Hilfe ist es wahrscheinlicher, rauchfrei zu bleiben.

 

Ambulante Einzel und Gruppenberatung:

Die Beratung und Entwöhnung kann einzeln oder in der Gruppe erfolgen.

Im Einzelsetting besteht die Möglichkeit einer einmaligen Beratung, oder der Beratung über mehrere Termine hinweg. Im Beratungsgespräch kann ganz individuell auf die Situation der jeweiligen Person eingegangen werden. Ziele können definiert, persönliche Strategien entwickelt und Herangehensweisen durchdacht werden. Das Einzelsetting eignet sich besonders für Personen in besonderen Belastungssituationen, Personen mit Vorerkrankungen, psychiatrischen Erkrankungen, aber auch für Raucherinnen, die schwanger sind.

Tabakentwöhnung im Gruppensetting besteht meist aus fünf bis sechs Terminen über ein paar Wochen. Im Rahmen dieser Zeit wird der Rauchstopp vorbereitet, umgesetzt und die erste rauchfreie Zeit begleitet. Der Vorteil einer Gruppe besteht darin, dass die Teilnehmer/innen oft ähnliche Erfahrungen austauschen, dass man voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen und ermutigen kann. Geleitet werden die Gruppen von erfahrenen TabakentwöhnexpertInnen, die fachliches Wissen einbringen und auf individuelle Situationen gezielt eingehen können.

 

Stationäre Entwöhnung:

In Österreich gibt es von einigen Sozialversicherungsträgern Angebote zur stationären Tabakentwöhnung. Es besteht die Möglichkeit ein bis drei Wochen, fern vom Alltag, mit professioneller Hilfe den Rauchstopp durchzuführen. Der Antrag kann je nach Versicherungsträger gestellt werden, wenn starke Nikotinabhängigkeit und/oder tabakassoziierte Folgeerkrankungen vorliegen. Die Beratung und Entwöhnung erfolgt meist durch Klinische- und Gesundheitspsychologinnen, gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten und Pflegepersonal. Oft werden die Programme zur Veränderung des Verhaltens begleitet von Bewegungsprogrammen, Ernährungsschulungen und Entspannungstechniken.

 

Telefonische Begleitung:

Auch über das Telefon wird Beratung angeboten. Sogenannte „Quitlines“, Telefonberatung zum Rauchstopp gibt es in allen deutschsprachigen Ländern. Die Vorteile der Telefonberatung sind, dass die Beratung nur einen Griff zum Hörer entfernt ist, keine Anfahrtswege sind notwendig und man kann dort telefonieren, wo man gerne möchte. Ein professionelles Team informiert und berät mit einem oder mehreren Beratungsgesprächen. Die Beratung dient der Vorbereitung, Umsetzung und Aufrechterhaltung der Rauchfreiheit. Die Nummer der Telefonberatung steht auf jeder Zigarettenpackung und ist kostenfrei erreichbar. Rückfallprophylaxe per Telefon funktioniert sehr gut. Daher kann Telefonberatung auch gut genutzt werden, wenn der Rauchstopp bereits selbständig oder mit Hilfe umgesetzt wurde und nun die Herausforderung besteht, auch langfristig rauchfrei zu bleiben.

 

Nikotinersatzprodukte

Um den körperlichen Entzug zu unterstützen, gibt es eine Vielzahl an Medizinprodukten, die Nikotin enthalten. Diese Produkte sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Sie sollen nur zum vorübergehenden Ersatz für Zigaretten werden, um sich zunächst entspannt der Verhaltensänderung widmen zu können. Diese „Nikotinersatzprodukte“ führen dem Körper Nikotin zu, jedoch ohne die schädlichen Nebenwirkungen, die beim Zigarettenrauchen entstehen.

 

Die Gefahr einer Abhängigkeit ist gering, da das medizinische Nikotin der Nikotinpräparate vom Körper langsamer aufgenommen wird als der Suchtstoff der Zigarette. Bei der Zigarette ist die Wirkung innerhalt von 7 Sekunden spürbar, bei den meisten Nikotinersatzprodukten dauert es zwischen 10 und 20 Minuten. Die Durchführung der Nikotinersatztherapie ist einfach und bei sachgemäßer Anwendung für Raucher/innen ungefährlich. Nichtraucher/innen sollten Nikotinersatz nicht benutzen. Es gibt ganz verschiedene Formen von Nikotinersatz, je nach Rauchverhalten und Produktvorlieben.

 

…mehr dazu wie gesagt im August!

 

Diesmal etwas mehr Fotos von zwei sehr verschiedenen Runden im Prater, und wer sich wundert hier liegen nur zwei Wochen dazwischen.

 

Wie immer wünsche ich  eine schöne aktive Zeit.

 

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