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…da hat jemand…

…einfach auf die Pausetaste gedrückt!

 

20.03.2020 – Ja, jetzt schreib auch ich noch über den Cornavirus. Die erste Zeit war ich noch unsicher was ich wirklich davon halten sollte – alles Medienmache? oder einfach Panikmache? ich wollte es nicht ganz wahr haben. Dann kamen die ersten ‚…Papa bitte bleib unbedingt zu Hause!‘ und immer schlimmere Medienberichte, Regierung in Notstandssitzung, und die ersten Fake News über einen möglichen Shutdown trudelten durch diverse Sozial Media und halfen mit, die Panik, und die damit verbundenen Panikkäufe zu aktivieren.

 

Ich konnte es nicht fassen, ich wollte wirklich nur WC Papier, da es wirklich aus war und ich stand in einem Reformhaus, und starrte auf leer geräumte Regale alles war weg WC Papier,  Taschentücker, Damenbinden…, als wäre demnächst der Weltuntergang, oder zumindest Krieg.

 

Die Warnungen wurde immer eindringlicher und ich bekam ein verdammt komisches Gefühl, was passiert da gerade das Thema einer ‚Ausgangssperre‘ war in der Luft, Schulen und Kindergärten wurden geschlossen, und immer mehr Personen trugen Masken und Hanschuhe.

 

Und dann war es soweit, ‚Ausgangssperre‘, bei mir meldeten sich Freunde, von denen ich wirklich schon lange nichts mehr gehört habe. ‚wie geht es dir‘ – ja wie geht es mir? Ich habe für mich ein kleines Paradies, aber da draußen lauert die Gefahr, keine 20 Meter Luftlinie. Ich begann zu überlegen, wie kann ich mich schützen, wie kann ich noch einkaufen gehen, ohne mich zu infizieren, und wo sind die wenigsten Menschen? Etwas unsicher und mit Handschuhen bewaffnet, ging ich ganz bewusst zu einem zwar weiter entfernten Supermarkt, wo ich wusste dass weniger Menschen hingehen, schlüpfte in meine Handschuhe, ein eigenartiges Gefühl – aber ja musste wohl sein. Und ich hielt so gut es ging Abstand von jeder anderen Person. – irgendwie war ich froh, als ich wieder zu Hause war.

 

Dann folgten die ersten Tage ohne auch nur jemand zu sehen, es war nicht so schlimm, denn ich beschloss einfach mich meinem Garten und meinen Pflanzen zu widmen. Denn beruflich war so und so Stillstand angesagt, alle Termine gekanzelt und die, die telefonisch oder per Mail erreichbar waren, wussten eigentlich nicht wie es weiter geht, so wie ich. – Also bekamen wir alle wohl eine Pause verordnet – und ich wollte sie nach anfänglichem Widerstand für mich nutzen. – Ja wahrscheinlich brauchte es jetzt diese Pause einmal – es hat keinen Sinn sich dagegen zu stemmen.

 

Zufällig traf ich den Eigentümer, der durchaus auch von dem Ganzen betroffen war und seine Werkstätte geschlossen hielt. Der dann meinte ‚…an dich habe ich ja gar nicht gedacht, ich denke immer nur an meine Mutter, dass sie in ihrem Alter nicht raus soll, aber dass du darfst auf keinen Fall raus,  – ich mache eine Einkaufsgruppe dann soll jeder für dich mitnehmen. okay?‘ Was ist da nun passiert gehöre ich zu den ‚Hilfsbedürftigen‘? Oder ist das Ganze einfach ‚nur‘ eine tolle nachbarschaftliche Aktion? – kann ich die annehmen? Kann ich einfach sagen ‚Danke für die Hilfe‘? Bin ich wirklich so schwach dass ich nicht einmal mehr selber einkaufen gehen kann, oder bin ich einfach so stark und sage ‚ja Danke‘? Als ich den Textentwurf dann für die WhatsApp Gruppe dann bekam, musste ich nochmals nachdenken bevor ich mit ‚Danke ja‘ antworten konnte.

 

Und dann war da noch was, ein unaufschiebbarer Termin am anderen Ende von Wien, der noch dazu ein bestimmtes Zeitfenster, und diverse Rahmenbedingungen hatte. Wie fahre ich da hin? Öffis, wohl eher nicht, Taxi? Car2go? oder frage ich jemand dass er mich dorthin bringt? Ich schob den Termin vor mir her wie eine zu heiße Suppe, aber dann war klar wenn ich den Termin nicht mache, versau ich mir ganz schön was. Schließlich entschied ich mich für Taxi, etwas mulmig war mir schon, als ich das sichere Areal verlies und mir die Handschuhe und Maske anzog, und in das Taxi stieg, und jetzt nur nicht in das Gesicht greifen. Ich war froh als ich aus dem Auto stieg und meinen Fotografen sah – jetzt standen zumindest einige schöne und wahrscheinlich lustige Moment bevor.

 

Am Rückweg dasselbe ‚Spiel‘ und ich war richtig froh als ich wieder zu Hause war, so das war es jetzt mit dieser ‚gefährlichen Welt‘. Am nächsten Morgen wachte ich auf und mein erster Gedanke war, der Termin ist gut gegangen, und ich muss jetzt nicht mehr raus in diese Welt – alles gut.

 

Was tut dieser Virus, auf der einen Seite sehe ich in meinem Umkreis, der natürlich geprägt von Kunst und Kulturschaffenden ist, wie hier Aufträge gekanzelt werden Ausstellungen, Performances …abgesagt werden, und alle die so schon in einer eher prekären Situation arbeiten jetzt noch mehr in der Luft hängen, und gebannt auf einen möglichen Rettungsschirm warten. Mitarbeiter in vielen Bereichen einfach gekündigt werden, weil der Betrieb zugesperrt ist. Und hier ganze Familien und deren Zukunft dran hängt, und andererseits aber Unternehmen wie Amazon 100.000 Mitarbeiter einstellen. Was passiert hier?

 

Schaue ich in eine andere Richtung, dann ist da plötzlich Nachbarschaftshilfe, Vernetzung von Kleinstunternehmen, Entwicklung neuer Strategien ganz zu schweigen von der Auswirkung die dieses Virus auf unsere Umwelt hat.

 

Ich muss ja gestehen ich bin kein großer Fan von Mathias Horx, aber hier glaube ich hat er ins Schwarze getroffen, eine Leseempfehlung.

https://kurier.at/wissen/matthias-horx-das-ist-ein-historischer-moment/400785341?fbclid=IwAR3wbv04LVDipI9p3Hbz6UMi4dHVtSlYjodWLqYK1pRzKP2eKXbUZNqmEeU

 

In diesem Sinne, wünsche ich uns allen natürlich Gesundheit, aber auch, dass wir diese Pause für uns nützen können um, etwas Positives, Schönes und vielleicht Aktives entwickeln zu können.

 

Hier noch ein paar Eindrücke aus Venedig.

https://www.welt.de/vermischtes/article206632329/Coronavirus-In-Venedigs-Kanaelen-ist-das-Wasser-so-klar-wie-nie.html